Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Der Gottesdienst nsw. 73 Hauses könnte die stille Grösse jener erhabenen Ruine in den Schatten drängen; und alle Herrlichkeit der Welt wiegt uns nicht einen Stein des Beth Hamikdasch auf. Dieser Gedanke *dürfte auch in den klassischen Zeiten dafür massgebend gewesen sein, auf heiligem Boden keiner Synagoge eine besondre Auszeichnung zu erteilen. Nur ein Zentrum, eine alles überragende, alle Seelen und Herzen bindende Stätte, תל תלפיות שהכל פונים אליו, sollte es dort geben, den Gottestempel selbst; sonst nichts. Man brauchte und wollte neben ihm kein noch so entferntes Seitenstück. Dorthin zog ganz Israel dreimal im Jahre; es war das sichtbare Einheitsband der Gesamtheit. Jede unscheinbarste feste Gebetsstätte, jeder מקום קבוע genügte daher sonst für die tägliche Tefilla, bei der so wie so Ort für Ort durch seine Abgesandten zum Tempel, die Ansche Maamad (Taanis 15 b und 26 a) sich in Jerusalem vertreten lassen musste. Anders in Alexandrien, mitten in der architektonischen Grossartigkeit hellenistischer Bauten, an dem Hochsitz griechischer Bildung, am Zusammenstrom der Völker und Nationen. Hier war die Synagoge das Wahrzeichen des einzigen Gottes gegenüber der götzendienerischen Welt; und in der Fülle der Besucher, in den mächtigen Dimensionen des Ganzen, in den Symbolen der baulichen Einrichtung, in allem wurde der Name Gottes vor den Augen der Völker geheiligt. Gleichzeitig war dieser Riesenbau für jeden in die Diaspora der grossen Hafenstadt Flüchtenden ein Asyl, ein in die Augen fallendes Erinnerungszeichen, das ihn vor dem Gefühl des Verlassenseins, der Isolierung, vor den Gefahren heidnischer Un- Sittlichkeit bewahrte, das ihn in die Arme einer schützenden und fürsorglichen Gemeinschaft führte. An Heiligkeit war jenes Haus auf der Höhe Morijahs grösser; mit ihm verglichen war dieses ägyptische nur למקדש מעט, wie es Jecheskel XI, 10 ausspricht und der Targum erläutert ויהבת להון בתי כנשתא תנין לבית ״ מקדשיich gab ihnen Synagogen, einen Ersatz, von ״zweitem Rang“ neben meinem Tempel״ für die Ehre Israels bedeutete die Balisika am Nildelta mehr (vergl. Megilla 29 a).