Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 72

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 72 (sequence 72)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2292929-2293057-2293059--09583-2302870
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

72 Der Gottesdienst usw. Tuche, und man stimmte Omen an; bei jeder einzelnen Berocho, die jener sprach, schwenkte der Vorsteher Tücher, dass man darauf Omen antworte״. Nach dieser Version ist der Vorbeter selbst von allen gehört worden. Nur für die zur Tora Aufgerufenen, die nicht stimmbegabt zu sein brauchen, war es notwendig, das Tuch zu schwenken, ein Bild jenes messianischen Banners, das Gott einst den Völkern aufrichten wird (Jes. XI, 12). Diese dreischiffige Basilika, wo eine innere Säulenhalle in eine grössere, umfassendere eingebaut war1, die innere offenbar als Stätte des zu verlesenden Gotteswortes, des heiligen Schreines, des Vorbeterpultes und für die Sitze der Toragelehrten bestimmt, die äussere, die Mengen umfassend, die Sitze vielleicht wie in den sephardischen Synagogen nach der Mitte hingewandt, war also der höchste Ausdruck der jüdischen Ehre und Herrlichkeit, von כבודן של ישראל. Diese Synagoge war uralt, sie ging auf die ältesten Gotteshäuser der ägyptischen Juden in den Zeiten Jirmijahus, des Propheten zurück (Rascbi) und war nach Gründung der Stadt Alexanders mit höchster Pracht, in der neuen Metropole erbaut worden; sie hat also fast die ganze Zeit des zweiten Tempels bestanden. Wieso war grade sie das Symbol der Ehre Israels, warum nicht der Tempel selbst? Fand man andrerseits in dem grossen Gebetshause unsre Würde präsentiert, warum gab es nicht ähnliche Stätten im heiligen Lande, vor allem in Jerusalem selbst? Auf dem Tempelberg neben der Vorhalle befand sich ebenfalls ein Bös- Haknesses (Joma 68 b Mischnah und Raschi daselbst), warum konnte diesem nicht der Ruhm des Alexandrinischen zu Teil werden? Als Moses Montefiore דל in Jeruschalmi weilte, fand er, dass die dortige Judenschaft kein würdiges, repräsentatives Gotteshaus besitze; er machte daher Reb Schmuel Salan^״r, dem Raw der heiligen Stadt, das Angebot, einen Millionenbau neben der כותל מערבי, der Westwand des salomonischen Tempels zu errichten. Der Raw lehnte es ab; der Glanz des neuen ף Hier ist das Urbild der Dreischiffigk$it der Kirchen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.