Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Vertreibung der Juden usw. 47 Als auch dieses Experiment erfolglos blieb *), versuchte er den Hofkriegsrat dadurch aufzurütteln, dass er die Gefahr der Ueberflutung der Bukowina durch ״Judenbettler״ ausmalte* 2). Doch gelang es ihm vorerst nicht, die Lösung der Judenfrage unabhängig von der Regulierung der Bukowina durebzusetzen. Erst in dem Hofkriegsrats-Entwürfe vom 25. 5. 1781 und in den ״staatsrätlichen Zusammentretungen vom 12. 6. und 3. 8. 1781 wegen der ״Systemisierung“ der Bukowina, die nach Josefs II Handschreiben vom 20. 5. 1781 auf Enzenbergs Vorschlägen fussten, gelangten seine Pläne gegen die Juden teilweise zur Ausführungs). Es war damals das kaiserliche Handbillet vom 13. Mai 1781, die Juden zu ״nützlichen Gliedern des Staates heranzubilden“, freilich schon bekannt. Doch liess es die Unter- Scheidung zwischen ״alten und neuen Juden“ in der Bukowina bestehen Man nahm von dem in der vorjährigen Konferenz gefassten Beschlüsse der ״Abschaffung der fremden sog. Betteljuden“ nicht Abstand. Im 5. Punkte des Beratungsgegenstandes über die Regulierung der Bukowina auf die Frage: ״Was mit Zeit das galizische Gubenimin ein Gutachten betreffend die Aufteilung der Bukowina an Galiz. und Siebenbürgen ausarbeiten sollte, (Handschreiben Josefs an Galiz. Gouverneur Grafen Brigido und galiz. Oberkommandanten FML Frh. v. Schröder von Zamosz 6. 8. 1780 wegen künftiger Regierungsform und Zerstückelung der Buk. Gutachten dieser vom 80. 11. 1787, im Gegensatz za Enzenberg, der den Weiterbestand des Bukowiner Distriktes und die Fortdauer der militärischen Verwaltung als Regierungsform daselbst befürwortet hatte und dass Balsch gerade jetzt die Beibehaltung des gegenwärtigen militärischen Regimes — im Enzenbergischen Sinne — beantragt. Diese Gleichzeitigkeit zwischen .den genannten Gutachten lässt darauf schliessen, dass Eazenberg, der von diesen Plänen der galiz. Stellen Kenntnis hatte, dieselben dem Bojaren Balsch mitgeteilt und ihn zur Bekräftigung seiner Ansicht als Gegengewicht zu den Anschauungen des galiz. Guberniums, sozusagen als die Landesstimmung nach Wien abgeschickt hat (18. 11. u. 80. 11.). 2) Kaiserl. Entscheidung an den HKR v. 25. 11. 1780 b. Zieglauer a. a. 0. II 69, Polek J. II. etc. S. 16. 2) Enzenbergs Meldung an galiz. Gen.־Kom. v. 8. 6. 1781 ZI. 725, ebenso auch bei Polek, Statistik d. Juden S. 3. s) Zieglauer a. a. 0. II. S. 90, 99, 102, Polek, Josef II. etc. S. 16.