Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 34

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 34 (sequence 34)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2292929-2293057-2293059--09545-2302832
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

‘ 84 Die Vertreibung der Juden usw. eben durch die Vereinigung dieses Landes mit Oesterreich jetzt entstandenen Judenfrage, die auch ein Punkt in diesen Reform- Projekten bildete. Nicht lange nach der Okkupation des Landes machten General Spleny*) und d6r Oberkommandierende von Galizien General Ellrichhausen * 2J verschiedene Vorschläge wegen der Einrichtung der Bukowina und infolgedessen auch über die Behandlung der Juden. Sie wollten den Juden zwar ihre innere Organisation der Judenkahale samt deren Gerichtsbarkeit unter Juden-Richtern belassen, in den Dörfern hingegen sie der immediäten Jurisdiktion der einzuführenden Standpfleger unterstellen. Die Juden-Steuer (die Kontribution) beantragten sie von 5 auf 10 Fl. jährlich zu erhöhen, dafür aber ״venitul Metropolitului“ abzuschaffen. Alle diese Lösungsversuche fanden vorläufig bei den höheren Stellen keine Resonanz. Der Hofkriegsrat3) entschied mit Rücksicht auf die noch unbestimmte Lage, derweilen den Status quo zu belassen. Ebenso verordnete Josef II., dem Hofkriegsrat am 8. 2. 1775, dem galizischen General-Kommando in Lemberg ״zur unverbrüchlichen Regel“ vorzuschreiben, alles bis auf weiteres in ״statu quo“ zu belassen und nur was״ unvermeidliche Notwendigkeit erfordert“ durchzuführen, um die Verhandlungen mit der Türkei nicht zu erschweren4). Spleny*8 Beschreibung der Bukowina vom 10. 2. 1776 an den Hofkriegsrat — schon nach der Zession der Pforte — worin er unter anderem in Betreff der Juden dieselben Anschauungen wie bisher entwickelt, gelangten ebenfalls nicht zur Ausführung. ״Was gegen vorige Gewohnheit, ist hintanzuhalten bis zur Fest- *) Spleny’s ״Ohnmassgeblicher Entwurf zu einer müitärisehen Einrichtung des kk. enklavierten mold. Anteils“ vom 10. 12. 1774 an HKR. 2) Ellrichhausen ״Entwurf auf was für Art der enklavierte kk. mold. Bezirk unter der militärischen Direktion zu verwalten sei״ Denkschrift an den Hof-Kriegsrat von 6. 1. 1775; Spleny a. a. 0. S, 82. 110,114; Zieglauer Zustand der Bukowina S. 14, Kaindl, Geschichte der Bukowina III S. 18; Polek, Josef II Reisen nach Galizien und Bukowina, S. 14. 3) Polek, J. II. Reisen 14, Vortrag des HKR an J. II. von 27. 12. 1774 und 15. 1. 1775. 4) ibidem S. 15; Jahrb. d. Buk. Landesmus. III 39, Werenka a. a. 0.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.