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Jeschurun · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 31 (sequence 31)
Language
German
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Eine Leuchte der Bibelexegese usw. 31 seine Ausfälle gegen eine Gruppe von Rationalisten wie: Rabbi Josua [Mosche!] Narboni, Ibn Kaspi, Rabbi Isaak Albalag, R. Chanoch Zarza21. Dabei ist zu bemerken, dass nicht religiöser Eifer allein es gewesen sein mag, dör seiner Feder solche scharfe Worte gegen genannte jüdische Denker entlockte, sondern auch die ganze Bitterkeit der wegen treuer Anhänglichkeit an der Religion der Väter erlittenen schweren Leiden22. Dass er nicht im Prinzip gegen die Philosophie war, beweist seine Vertrautheit mit der Literatur der arabisch-aristotelischen Philosophie und der jüdischen Religions- Philosophie. An verschiedenen Stellen zitiert er Aristoteles, dem er das Atribut האלקי beilegt. So auch Seneca (II Sm. 22); Plinius und Plotin (Gn. 1, 16). Aber er will diese nur insofern gelten lassen als sie der jüdischen Tradition keinen Abbruch tun. Fünf Punkte sind es besonders, die ihn zum Kampf herausfordern. Die Deutung ganzer Teile der Bibel im Sinne der Allegorie (הדרך הצוריי). Die Einschränkung der Allwissenheit und der Allmacht Gottes, die Leugnung der Vorsehung für den Einzelnen (השגחה פרטיה) und der Erschaffung der Welt (חרוש העולם). Die Auseinandersetzungen in diesen Fragen bringt Abarbanel in zahlreichen Stellen seiner Kommentare wie in den oben erwähnten anderen Werken. Wer diese unbefangen und aufmerksam liest, kommt zu dem Ergebnis, dass Abarbanel freilich kein schöpferischer philosophischer Geist war, 21) Jes. 10,12: 22) Ungerecht urteilt Grätz (a, a. O. S. 82): Er (Ab.) hatte nicht einmal die Duldung, ein freies Wort über das Judentum und seine Glaubenslehren ruhig anzuhören ... und ebenso Karpeles indem (a a. O. S. 82) er von Abarb/s Intoleranz gegenüber jüdischen Forschern spricht. Das bedeutet eine völlige Verkennung der wahrhaften innigen Religiosität Abarb/s, sowie der Einwirkung der Zeitereignisse auf Abarb.’s sensibles Gemüt. Vgl. dazu auch als Parallele die Ausführungen F. Mieses Gescb. ä. n. Phil. S. 100 in der Frage des scharfen Vorgehens der Rabbiner Amsterdams gegen Spinoza. Ferner die Ausführungen S.D. Luzzattis (Josts Annalen 1840): ״Er widmet den ganzen Rest seiner in Irrfahrten und Unruhe verbrachten Tage, der Beleuchtung und Verteidigung der angestammten Religion mit Anspannung seines Scharfsinnes und bewunderswürdiger Beredsamkeit, gegen die Angriffe der Philosophie und anderer Religionen“. Vgl. auch Guttmann (a. a. 0. S. 7): ״Eine tief religiöse Natur, von einer durch die schmerzlichsten Erfahrungen seines Lebens noch gesteigerten und sein ganzes Wesen durch dringenden Glaubensinnigkeit, widerstand er allen Lockungen der philosophischen Spekulation, wo sie ihm in ihren Konsequenzen die in der Lehre des Judentums wurzelnden religiösen Ueberzeugungen zu gefährden schien“.

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