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Jeschurun · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 Von der Wurzel usw. Di© Veranlassung, diese Gedanken wenn auch in anderer Formulierung wieder von Neuem hervorzuheben, ist durch den Umstand gegeben, dass dieser Tatbestand von jüdischer autoritativer, religionsgeschichtlich orientierter Seite mit solcher Klarheit und Entschiedenheit zugegeben wird, dass darauf hingewiesen werden muss. In den letzten zwei Jahren erlebten wir eine sehr interessante Kontroverse über die Frage: Hat das Judentum Dogmen?1) Auch hier sind Frage und die Versuche sie zu beantworten nicht neu. Scheftolowitz hat in seinem ersten Aufsatz in Polemik gegen Moses Mendelssohns ״Jerusalem“ und Bäcks Ausführungen in seinem ״Wesen des Judentums“ die in der heutigen Zeit nicht überflüssige, aber an sich eigentlich selbstverständliche These verfochten, dass das Judentum keine Religion ohne Dogmen ist. Es war ein Wort zur rechten Zeit gegen Strömungen, die selbst in Kreisen, die sich dem gesetzestreuen Judentum zuzählen zu können glauben, sich geltend machen. Lange vor ihm hat Leopold Low in der jugendlichen Frische, die uns aus allen seinen polemischen Veröffentlichungen entgegenweht und mit dem Aufwand aller talmudischen und theologischen Gelehrsamkeit, die ihm zu Gebote stand, seinem Gesinnungsgenossen aus der Reform heimgeleuchtet2). Auch dieser wollte die jüdischen Dogmen ausschalten und sich auf Stammesgebräuche zurückziehen. Es ist unterhaltend zu lesen, mit welcher Ironie Löw, der Vorkämpfer der Idee des Ungarischen Kongresses, diesen Zerstörer des Judentums behandelt, wie er von den verschiedensten Gesichtspunkten aus die völlige Unmöglichkeit, ja Widersinnigkeit dieses Unterfangens aufweist. Bäck geht in seiner Erwiderung auf die Terminologie des Begriffes Dogma ein. Wesentlich ist für die Fixierung eines Dogmas ג) J. Scheftolowitz, Ist das überlieferte Judentum eine Religion ohne Dogmen? (Monatsschrift für Gesch. u. Wiss. d. Jud. LXX S.65—75. L. Bäck, Besitzt das überlieferte Judentum Dogmen? ebd. S. 225—236; J. Scheftolowitz, Konnte das alte Judentum Dogmen schaffen? ebd. S. 437—419; F. Goldmann, Die dogmatischen Grundlagen der jüd. Religion ebd. S. 440—457; Julius Guttmann, Die Normierung des Glaubensinhalts des Judentums ebd. LXXI S. 241—255. 2) Leopold Löw ״Jüdische Dogmen“ in L.LÖw Gesammelte Schriften 1 133—176.

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