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Jeschurun · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Von der Wurzel usw. 11 Brücke zu werden zwischen dem Endlichen und Unendlichen. Travers Herford, der beredte Verteidiger des pharisäischen Judentums im christlichen Lager hat auf den Unterschied sehr fein aufmerksam gemacht, der zwischen Christentum und Judentum dadurch gegeben ist, dass jenes einen Heiland, eine Persön־ lichkeit aus Fleisch und Blut, dieses die Thora, eine Lehre mit seiner glühenden Liebe umfasst 1). Und er gibt — von seinem christlichen Standpunkt nur natürlich — dem Christentum den Vorzug, weil die Liebe zu einer Persönlichkeit intensiver und ״ menschlich er״ sein muss. Er h ä 11 e recht, wenn die Lehre eben abstrakte Lehre bliebe und wenn wir uns denkend und fühlend nur etwa mit den für uns unfassbaren Attributen Gottes abzufinden hätten. Und er hat recht für die, denen die Thora, die Lehre nur Menschenwerk ist, gewaltiges unerreichbares Werk der Menschenseele, aber eben der Menschenseele nur ebenso entsprossen wie die die Zeiten überdauernden Er״ Zeugnisse des gottbegnadeten künstlerischen Genies, Er h a t recht für die. die mit der traditionellen Auffassung gebrochen. Nicht für die, für die Gott noch heute aus ihr spricht, für die jede Lehre und jedes Gebot eine Verbundenheit herstellt zwischen Himmel und Erde, zwischen dem Ewigen und Vergäng״ liehen, bei denen jeder Tag und fast möchte man sagen jede Stunde die Gelegenheit bietet, eins zu werden mit dem Schöpfer des Alls. Das alles hat ja nur einen rechten Sinn für den, der jener mystischen Versenkung teilhaftig werden kann in Gottes Wort, deren Voraussetzung ist, dass Gott und Thora und Israel eines. Mag diese Fähigkeit durch intellektuelle Veranlagung und Betätigung noch so sehr überwuchert werden, sie lässt sich jederzeit wecken für den, der die Thora als die von Anfang und für alle Zeit heilige lernt und übt. * * * Es lohnt sich bei diesem Punkte zu verweilen. Es ist oft genug hervorgehoben worden, dass das Judentum keine Dogmatik hat, wohl aber Dogmen und dass es auch diese Dogmen 1j T. Herford, Das pharisäische Judentum (übers, von R. Perles) S. 255 f.

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