Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 697 (sequence 115)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Hanau 1× ep/1047937
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Büch erbesprechungen 697 יראה, wo jetzt geistiges Oedland trotz aller!Regeneration uns entgegenstarrt! 35 Jahre lang leitete dieser Raw eine Jeschiwa — in Hanau! — noch vor 100 Jahren! Da wird ein reger Gedankenaustausch offenbar zwischen Rothenburg, Bruchsal, Mergentheim, Gailin gen einerseits und Hanau andrerseits. Freilich die Moderne pocht mit Wucht an die Tore — das zeigen die Themata der שי״ת, wie etwa eine Antwort in der Orgelfrage, eine Abhandlung über unwürdige חזנים, alte und neue מקראות und dgl. mehr. Die Sammlung, die mit einer biographischen, flüssig geschriebenen Einleitung versehen und anziehend-handlich ansgestattet ist, bietet manche Abwechslung. Von שאלות נדת geht es über מעשר מנדובית יתומה zu der höchst interessanten Frage מילה בשבת בשני ילדים לענין ברכה. Auch eine Abhandlung über דבר שאינו מתכון ist beigefügt. Bei dieser Versehiedenheit der Themen und ihrer ziemlich kurzgefassten Behandlung darf das Werk aul einen grösseren Leserkreis rechnen, wenngleich die Fülle der Zitate teilweise ein tieferes Einarbeiten erfordert. Doch auch der an Müsse arme למרן kommt auf seine Kosten. Eine besondere Erwähnung verdient noch die angefügte מגלה, die Hanauer Ereignisse des Jahres 1813 behandelt Die schlichte, gläubige Art des Autors, die Dinge zu sehen und darzustellen, wäre unserer in Zufällen und Gesetzmässigkeiten denkenden Welt sehr zu wünschen. Wie schon und wie mahnend klingt die Schilderung der drei französischen Kavalleristen, die die in einem Speicher verborgenen Juden auffordern, den Raum zu verlassen. Als sie den Raw mit der ספר תורה, die er mit sich genommen, sahen, sagten sie zueinander: ״Das ist sicher der Rabbiner und etwas Heiliges hat er in der Hand.“ Und sogleich weiss dieser Raw darin die Erfüllung des :פסוק וראו כל עמי הארץ כי שם ד׳ נקרא עליך וכו' zu erblicken, da die Franzosen weder ihm noch seinen Genossen ein Haar krümmten. Schliessen auch wir sogleich von Zufallen auf das Ewige, Göttlich-Bestimmende? — Dies Buch ist wirklich eine begrüssenswerte Erscheinung, die wir der Mühe pietätvoller Nachkommen verdanken. Der Hermon-Verlag aber hält mit diesem ספר dem deutschen Judentum wieder einmal den Spiegel seiner Vergangenheit vor: בזת ראה וקדש! —i 8