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Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 695

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 695 (sequence 113)
Language
German
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Bücherbesprechungon 695 begreift“. So wird denn gegen die weitverbreitete Psychose von der Orthodoxie, die mit Ghettotum identisch sei, Front gemacht, für diesen Begriff mit Recht (s. Wohlgemut!! in Hoffmann-Festschrift S. 435) ״Thora« treues Judentum“ eingesetzt. Sehr wertvoll ist in diesem einleitenden Abschnitt auch die Gegenüberstellung von Judentum und Christentum. Mit welcher Wärme sind die Partien über ״Torah and modern Thought“ geschrieben, und welch gute Idee ist es gerade darum, dem etwas kritisch veranlagten und tiefer schürfendem Leser durch kurze Noten am Schluss des Abschnitts die nötigen Hinweise auf die einschlägige Literatur zu gehen Die religionsphilosophische Schulung des Autors weiss geschickt auch die nichtjüdische Literatur zu verwerten. Vorsicht ist immerhin geboten. Aeusserimgen wie ״Simon bar Johai, the father of Jewish mysticism and his most modern disciples, both received their inspiration from the beauty of the Thora“ (S. 55; erscheinen uns zu apodiktisch und müssten vorsichtiger ohne die Rücksichtnahme auf das modern Schöngeistige formuliert werden. Freilich sind sie durch die Anlage des Werkes, die in diesem Falle den auch im Wissenschaftlichen praktischen Gesichtspunkt des Amerikaners im wahren Sinne לשמה anweudet, im gewissen Sinne geboten. Immer aber frappiert geradezu die Gabe des Autors, lebendig, voller Gläubigkeit und doch übersichtlich, prägnant und im besten Sinne populär-wissenschaftlich zugleich zu schreiben. כשמו כן הוא. Es ist ein lebendig-jüdisches Buch, ein echtes, rechtes Mussarbuch und wird ohne Zweifel zur Besserung des vom Autor so bittend-bitter geschilderten amerikanischen Judentums das Seine m. G. H. beitragen. —i. P. Wust, Naivität und Pietät (J. C. B. Mohr, Tübingen). Des Verfassers erstes grösseres Werk, seine ״Auferstehung der Metaphysik״, die es am Ausgang einer von dem Neukantianismus beherrschten metaphysikscheuen Zeit gewagt hatte, dieser Richtung des philosophischen Denkens wieder einen Weg zu bahnen, erregte seinerzeit durch die Kühnheit des Wurfs berechtigtes Interesse. Noch erstaunlicher ist die Tatsache — 80 können wir beute sagen — dass seitdem bis in die jüngste Gegenwart sich in der Tat die ״Entdeckungen״ und Wiedergebürten der grossen Metaphysiker des beginnenden 19. Jhdts. häufen, dass also W. tatsächlich einer der Bahnbrecher wurde. Das veranlasst uns auch, auf das vorliegende Werk würdigend hinzuweisen. Die Metaphysik der ״Besonderung“, die wir von ihm erwarten durften, ist in einer genialen transformierten Conzeption zu einer ״Metaphysik des Geistes״ geworden, die alle Ruhelagen der ״Seele״ zu untersuchen hat. Die ״positive Ruhelage im Guten״ kulminiert für den Verfasser in dem Doppelphänomen von ״Naivität״ als Ausgangspunkt und ״Pietät“ als Zielsetzung, womit sein Werk nur den positiven rechten Flügel des geistigen Gesamtunternehmens darstellt. Dennoch führen ״Naivität und Pietät“ in den ganzen Gedankenkomplex der Fragen von der Meta-

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