Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 693 (sequence 111)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bücherbesprechungen 693 Unterricht Empfangene in der häuslichen Arbeit zu befestigen“, und als ״Anleitung für Stoffauswahl und Verarbeitung“ für den Lehrer hat es u. E. überhaupt keine Berechtigung, da das schliesslich ebenso nach religiöser Einstellung wie nach der Stundenzahl verschieden sein wird und durch solche Bücher unmöglich geregelt werden kann. Das Buch greift, verhüllt und unverhüllt, liberale Tendenzen auf, worüber man nur dann hinwegkäme, wenn es in der Uebersichtlichkeit das in der jüdischen Geschichte so Notwendige bieten würde. Nimmt man noch den Mangel einer Zeittafel, eines Registers und jeglicher Quellenangabe hinzu, so kann das Urteil nicht gerade günstig ausfallen. — i. Martin Buber, Des Baal-Schem-Tow Unterweisung* im Umgang mit Gott. Jakob Hegner, Hellerau. 1927. In schöner, ziemlich verschwenderischer Ausstattung werden hier kürzere und längere Bemerkungen zum angegebenen Thema dem europäischen Leser in gutem, prägnanten Stil dargeboten. Trotz Anerkennung des geistigen und schlicht-religiösen Wertes einiger Sentenzen kann sich der religiös empfindende Leser mit dieser schöngeistig-spielerischen Art der Behandlung scheu verschlossenen und rein persönlichen Religionsgutes — was u. E. für Buddhas Worte in ähnlicher Darstellung gleichfalls zu gelten hätte — schwer befreunden. Selbst wenn der Beseht das Gebet mit einer Braut ohne Gewänder (S. 51, s. auch das noch mehr verwunderliche Gleichnis S. 58) verglichen und sich so eigenartig über die zwiefältige Bewegung des Erbarmens (S. ICO) ausgelassen hätte, so hätte sich auch ein areligiöser Dichter, der sich dem Genius seines Helden um der Wahrheit willen verbunden fühlt, sagen müssen: אין מגלין אלא לצגועין. —i. Joachim Jeremias: Golgotha. Ed. Pfeiffer Leipzg 1926. Der Verfasser ist in der Religionsgeschichte bereits mit einer namhaften Arbeit hervorgetreten. Die vorliegende Schrift setzt es sich zur Aufgabe, in die religiösen Vorstellungen Licht hineinzutragen, die sich seit alter Zeit an den Todesort des christlichen Religionsstifters anknüpfen. Dabei gelangt er zu einer Identifizierung der ״Schädelstatte“ mit dem ״heiügen^Felsen am Tempelplatz״, dem Ausgangspunkt und Kraftzentrum der Welt. Sie wird ihm das das All überragende Paradies. — J. hat mit bewundernswertem Fleiss die reichhaltigen Quellen aus Talmud und Midrasch benutzt, und intensiver Gelehrtensinn lässt ihn manche überraschende neue Idee daraus gewinnen, für die wir ihm gerne danken. Dennoch dürfen einige teils mehr teils weniger wesentliche Mängel nicht unerwähnt bleiben. Manche Belegstellen sind