Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 692 (sequence 110)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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692 B ü ch e rbes p rechu n gen Paulos I Kor. 9, 9 die allegorische Umbildung־ der tierfreundlichen Vorschrift Dt. 25,4 ״du sollst dem Ochsen beim Dreschen das Maul nicht verbinden״, die er mit den Worten: ״Kümmert sich denn Gott um die Ochsen“ gibt, in der Schule der Schriftgelehrten gelernt. Vgl. dazu auch I. Heinemann, Tierschutz nach jüd. und griech. Anschauung, Jesch. II S. 137. Der christliche Laie ist vielleicht geneigt, die modernen Anschauungen zuwiderlaufende Deutung auf jüdischen Ursprung zurückzuführen. Mit erfreulicher Offenheit zeigt dagegen z B. Johannes Weisz z. St., dass sowohl das rabbinische, wie das hellenistische Judentum diese ״flachere, entwertende Auslegung nicht kennt, sondern den humanitären Charakter der biblischen Vorschrift za würdigen weiss.“ Es ist doch recht stark, wenn selbst die Autorität eines berufenen christlichen Autors, dessen ״Schriften des N. T. für die Gegenwart erklärt“ mehrere Auflagen erlebt, nicht aasreicht dort, wo es gilt, den Schriftgelehrten eins zu versetzen. Noch einmal: alle diese kleinen Ausstellungen koimen an dem Urteil, das wir schon in der ersten Besprechung abgegeben nichts ändern. Das Handwörterbuch ist ein Zeugnis der Verbindung gründlicher Gelehrsamkeit und verständnisvoller Erfassung der beherrschenden Gedanken in den Zeit- Strömungen, wie sie nur die deutsche Wissenschaft hervorbringen kann. J. W. G. Sch eiern, Bihliograx>hia Kabbalistica mit einem Anhang, Bibliographie des Zobar und seiner Kommentare. W. Drugulin Leipzig. 1927. 230 Lexiconseiten brosch. M. 19, geh. M. 21. Wie der Untertitel besagt, gibt das vorliegende Werk ein Verzeichnis der gedruckten, die jüdische Mystik (Genesis, Kabbala, Sabbatianismus, Erankismus, Chassidismus) behandelnden Bücher und Aufsätze, von Reachlin bis zur Gegenwart, und es bedarf wohl nicht der Hervorhebung, wie dankbar wir für dies von jetzt an unentbehrliche Hilfsmittel sein müssen. Ist es aber nicht ein Jammer, dass unsere jüdischen Gelehrten die Technik, wie derartige bibliographische Werke bearbeitet werden müssen, noch immer nicht beherrsehen?! Eine Verstärkung des Buches um einen Bogen hätte bei Spaltenteilung und Petitdruck dieses Bogens die Möglichkeit gegeben, ein alphabetisches Register der Titel der angeführten hebräischen Werke beizufügen (diese sind ja meist nach ihren Titeln und nicht nach dem Verfasser bekannt) und hätte die Verwendbarkeit um ein Beträchtliches erhöht. — h. Robert Hirschfeld. Hilfsbuch für den Unterricht in der nachbiblischen Jüdischen Geschichte. M. Poppelauer Berlin 1926. Dieses Hilfsbuch ist quantitativ zu dürftig ausgefallen, wenn es, wie das Vorwort sagt, ״dem Schüler die Möglichkeit bieten soll, das im