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Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 691

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Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 691 (sequence 109)
Language
German
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Bücherbesprechungen 691 Beiträge. Dennoch sollte es vermieden werden, Pierre Bayle, (Sp. 837 f) dessen JDictionnaire historique et critiqae eins der wirkungsreichsten Bücher ist, die je in der Welt geschrieben wurden (Hettner Literaturgesch. des 18. Jahrh. I S. 37), nur gerade soviel Platz einzuräumen wie Willibald Beychlag (Sp. 972 f), dessen Namen nicht nur Rec., sondern wohl viele Benutzer des vorliegenden Handwörterbuches zum ersten Male gelesen haben. Mit einer schon in unserer ersten Besprechung gerühmten Präzision werden auch für Bayle die Einflüsse aufgedeckt, die er auf D. F. Strauss, Feuerbach, Zinzendorf, Kierkegaard und K Barth geübt; der Leser — uud es muss doch mit solchen gerechnet werden, denen die Bedeutung Bayles aufgehen soll — erfährt nichts davon, welch gewaltige Rolle Bayle für den englischen Deismus und die französische und deutsche Aufklärungsperiode hat. Unter dem Artikel ״Aufklärung“, auf den hier verwiesen wird, ist Sp. 606 nur mit drei Worten vom ,aufwühlenden Kritiker Bayle“ die Rede. Das Gleiche gilt von dem Artikel Deismus, wo nur der ,Englische Deismus* (Sp. 1805—1816) besprochen wird und durch die an sich ausgezeichneten Ausführungen im Aufsatz ״Aufklärung“ (Sp. 634 - 648), auf den hier (Sp. 1816) verwiesen wird, nicht genügend der ausserordentliche Einfluss zu Tage tritt, den der englische Deismus auf die Religion der französischen und deutschen Autklärungsperiode geübt hat. Auch im Artikel ״Determinismus“ (Sp. 1848 f) könnte, wenn auch auf einen später erscheinenden Aufsatz ״Willensfreiheit“ verwiesen wird, mit wenigen Worten der Gegensatz zwischen Determinismus und Indetermjgismus gekennzeichnet sein. Bossuets Bedeutung als Kanzelredner tritt nicht genügend hervor (Sp. 1206 f). In den Literaturangaben hatte Titius im Artikel ״Darwinismus“ (Sp. 1790 ff) neben seiner übrigens ausgezeichneten Schrift ״Natur und Gott“ unbedingt auch Rudolf Otto ״Naturalistische und religiöse Weltansicht “ nennen müssen, die gerade für die Auseinandersetzung mit dem Darwinismus überaus Wertvolles bringt. Was die spezifisch jüdischen Artikel betrifft, so hätten wir trotz des wertvollen Bekenntnisbuches von Max Brod gewünscht, dass Martin Buber zum mindesten der gleiche Raum zugewiesen worden wäre. Buber hat nun doch einen weit reichenden Einfluss ausgeübt. Ueberhaupt sind trotz des guten Willens, dem Judentum und seinen Vertretern gerecht zu werden, hierin nur schüchterne Anfänge gemacht. Es ist verständlich, dass Herausgeber eines in erster Reihe christlich theologischen Werkes auch alles, was mit dem Alten Testament in Beziehung steht, christlichen Bear beitern vorbehalten. Aber dann sollte doch für Dinge, die mit der Wissenschaft des Judentums irgendwie Zusammenhängen, als ständiger Berater ein jüdischer Gelehrter herangezogen werden. Es könnte sonst nicht Vorkommen, dass einem auf dem Gebiete der Bibelwissenschaft hochangesehenen und verdienten Gelehrten in jüdisch historischen Angaben auf Sp. 1068 unten zwei elementare Fehler unterlaufen. Eine völlige Unkenntnis der jüdischen ״Schriftgelehrsamkeit“ ist es auch, wenn (Sp. 929 Artikel ״Beruf“) behauptet wird, dass

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