Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 677 (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
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*I Der Gottesdienst nsw. 677 Freiheit der Gebetsschöpfung, die in der grossen Zeit allgemeinen Gottesgeistes in unsrem Volke jedem einzelnen zustand, nicht vollständig haben beschränken wollen. Selbst beim Achtzehngebet ist gestattet לחדש בה דבר (Ber. 21,1). Aber ebenso fraglos ist es, dass die von ihnen vorgeschriebenen Worte und Gesetze der Tefilla unabänderlich bleiben, den eigentlichen, integrierenden Teil der Gebete auszumachen haben, denen die Pijutim nur Stütze und Ausschmückung, denen jedes hinzugefügte Einzelgebet im Sinne und in der Richtung (Kawonoh) angepasst und adäquat sein soll. Wie die Haphtoro, ganz aus dem Geiste der Tora- Vorlesung selbst geboren, sich als Ergänzung und Festigung derselben Bürgerrecht im Gottesdienst erworben hat, so die späteren Erweiterungen des Machsor als echte Kinder des tanaitischen und ainoräischen Gebetes. Gleichwohl kann niemals der Pijut in eine Reihe mit dem echten Gebet gestellt werden, geschweige denn, dass die Neu- Schöpfungen die Stammgebete in den Hintergrund drängen dürfen. Niemals darf eine Tyrannei der Pijutim gelten, niemals hat in den Kreisen der Thoragelehrten ein.e spätere Einschaltung die Rolle eines Vollgebetes angenommen. Der »Orach Chajim“ kennt sie nur für die Tage der Busse. In fast allen Gemeinden liefen Gottesdienste ausser an den Jomim nauroim mit und ohne Pijutim nebeneinander her. Schon dadurch ist der Minhag, sie zu sprechen, nie ein absoluter geworden. (Vergl.: שדה חמד כלל המנהג בשם ספר משא חיים וספר חקרי לב שכתבו: לא מקרי מנהג כי אם במנהג הפשוט בכל.) Wir glauben auch, dass durch die eingefügte Predigt ein Teil der Aufgabe des Pijut übernommen worden ist. Rambam schreibt in Hilchot Schabbos, Kap. 30, Halachah 9: »Das war der Brauch der früheren Frommen: Man betet am שבת Schacharith und Mussaf in der Synagoge dann geht man nach Hause, isst eine Mahlzeit und geht ins Lehrhaus, lernt Tenach und Mischnah bis Minehoh.“ Indem Gebet und Lernen vereint werden sollten boten sich die Pijutim als- ןו<ת» Sv יוטים». Schon ihre Namen and ihre volle Anlehnung an die alt• Tefilla beweisen, dass die Verfasser sie nur aas dem Sinne dar- Weisen gebetet wissen wollten.