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Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 673

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 673 (sequence 91)
Language
German
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Eine Leuchte der Bibelexegese usw. 678 Zum dritten Male musste Abarbanel in königliche Dienste treten und seine Lieblingsarbeit zurückstellen. Denn sobald der König Fernando von Neapel von seinem Aufenthalt dortselbst erfuhr, berief er ihn in ein höheres Amt. Als kurz darauf der König starb und sein Sohn Alfonso ihm auf den Thron folgte, behielt auch dieser Abarbanel in seinen Diensten. Als dann Alfonso zu Gunsten seines Sohnes abdanken musste, hielt Abarbanel diesem Unglückliehen Fürsten die Treue und ging mit ihm nach Sizilien. Bei der Eroberung Neapels durch König Karl VI11. von Frankreich und deren Plünderung durch die Franzosen wurde auch das Haus Abarbanels völlig ausgeplündert. Seine Bücher gingen verloren und die Glieder der Familie wurden auseinander gerissen. Abarbanel selbst begab sich nach Korfu, wohin auch viele der spanischen V ertriebenen gewandert waren. Dort begann er unter den schwierigsten Lebensverhältnissen und mit von Kummer gebrochenem Herzen, seinen Kommentar zu Jesaia zu schreiben. Er unterbrach jedoch diese Arbeit, weil ihm dort das Glück zuteil wurde, seinen schon in Lissabon in Arbeit genommenen Kommentar zum Deuteronomium, der ihm bei der eiligen Flucht aus Portugal verloren gegangen war, wiederzufinden. Nach der kleinen Stadt Monopolis in Apulien wandernd und dort in aller Zurückgezogenheit 8 Jahre lebend, ergänzte und vollendete Abarbanel seinen Kommentar zum Deuteronomium. Dort schrieb er auch mehrere andere Werke. So sein זבח פסח (Komm, zur נחלות אבות ,(הגדה של פסה (Komm, zu Pirke Abot) מעייני הישועה (Komm, zu Daniel), שמים חדשים (Komm, zu den die Erschaffenheit der Welt betreffenden Abschnitten des More Nebuchim) משמיע ישועה und ישוערת משיחו (über die messianischen Stellen der heiligen Schrift, Talmud und Midrasch), ראש אמנה (über die Glaubenslehre des Judentums insbesondere über die Schöpfung). 1498 beendete er dort den Kommentar zu Jesaia. 5 Jahre später begab er sich mit seinem Sohne Josef nach Venedig, in der Absicht zwischen der Republik und Portugal in einer wichtigen Angelegenheit zu vermitteln. Die Ratsherren von Venedig erkannten und werteten seine Klugheit und sein Wissen, fragten ihn oft um seinen Rat und erwiesen ihm besondere Ehren. Abarbanel konnte hier wieder in Ruhe und Frieden leben und seinen literarischen Arbeiten nach-

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