Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 669 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine Leuchte der Bibelexegese usw. 669 Weise gelöst, dass seine Verdienste 11m die Erklärung der Bibel von allen jüdischen und christlichen Forschern selbst noch heute bereitwillig anerkannt und gewürdigt werden. Es haben wohl selten die Schriften eines jüdischen Gelehrten aus dem Mittelalter so allgemeine Verbreitung auch unter den Christen gefunden, als die des Don Isak Abarbanel״. Ja, Abarbanel war eine schriftstellerische Persönlichkeit besonderen Formats. Ihn zeichnete eine grosse Weltkenntnis aus, welche anderen jüdischen Gelehrten^vielfach fehlte, und die ein besonders wertvolles Element in seinen Lebenswerken darstellt. Schon von Jugend auf beschäftigte sich sein regsamer Geist mit den Lehren des Judentums, dessen Ergründung ihm am Herzen lag. Die glanzvolle Vergangenheit seines Volkes, der Komplex religions-philosophischer Fragen, besonders aber das Buch der Bücher mit seinen gewaltigen Schönheiten und Problemen hielten den jungen Granden in ihrem Bann. Lernend und forschend fasste er schon früh den Plan zu einem umfangreichen, den Anforderungen seiner Zeit entsprechenden, Commentar zur heiligen Schrift, und verfasste in jugendlichem Alter zwei Schriften, die eine auf dem Gebiete der reügiösen Dogmatik und die andere auf dem Gebiete der Schrifterklärung. Die eine צורת היסודות (die ursprüngliche Form der Elemente), gedr. Sabioneta 1557, die ״gewissermassen als eine philosophische Dissertation anzusehen ist*, während man die andere עטרת זקנים (»die Krone der Alten״ Amsterdam 1739) als sein ״philosophisch exegetisches Programm betrachten darf״ .״An den biblischen Vers: הנה אנכי שולח מלאכי לפניך knüpft er in 25 Abschnitten eine Besprechung der wichtigsten Glaubensfragen und dogmatischen Erläuterungen, die eine grosse Belesenheit in den Schriften griechischer, arabischer und jüdischer Philosophen verrät“. Beide genannten Schriften sind mehrere Mal ediert worden, während eine andere kleine Schrift über die Prophetie מחזה שדי, die er in seinem später verfassten Commentar zur Bibel erwähnt in Jos. 10,12 sowie in I. Kön. 18,20 u. a. m. \ verloren gegangen ist. x) Aus diesen Stellen geht eigentlich hervor, dass er die Schrif׳; als er bereits in Italien war, noch nicht abgeschlossen hatte, da er hier den Ausdruck אשר אני עושה gebraucht. Vgl. dazu: M. Kayserling a. a. Ö. S. 76. Anm. 4.