Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 668 (sequence 86)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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668 Eine Leuchte der Bibelexegese usw. Zeit üblich war, und wie er es ja selbst in der Vorrede zu seinem מעיד הישועה andeutet. Es war jene Erziehung nach der von unserer Zeit gesuchten und noch nicht gefundenen Synthese von Thora und Weltbildung, in der man sich beide im rechten Masse an eignete und die dann durch viele Jahrhunderte die schönsten Früchte trug. Isak Abarbanel vertiefte sich in die biblisch-talmudische Literatur, zugleich betrieb er mit Eifer das Studium der Werke der griechischen und arabischen Denker und Dichter 1. Ein besonderes Interesse brachte er naturgemäss den religions-philosophischen Werken des Maimuni, Jehuda Halevy, Ralbag, Crescas u. a. entgegen, mit deren Ansichten er sich später oft zustimmend oft in scharfer Kritik auseinandersetzte. A. erwähnt seinen Umgang mit dem Rabbiner von Lissabon, Rabbi Josef Chajun, der Kommentare zu den meisten Büchern der heiligen Schrift verfasst hat und der sicherlich auf ihn nicht ohne Einfluss geblieben. Ausgestattet mit einem klaren Verstand, scharfem Blick und kritischem Sinn, einem glänzenden Gedächtnisse, Geistesanlagen, die sich mit trefflichen Charaktereigenschaften, einem edlen Gemüt und vornehmer Bescheidenheit paarten, mit staatsmännischer Weltklugheit eine innige Rehgiösität verbindend, war er befähigt eine Leuchte in Israel zu werden, der Führer seiner Zeitgenossen, und das Vorbild kommender Generationen^ Br wurde ein fruchtbarer Gelehrter, der die jüdische Literatur auf verschiedenen Gebieten, vor allem auf dem Gebiete der Bibelerklärung, mit Werken bereichert hat, die zu allen Zeiten gelesen und studiert worden sind. ״Zu den exegetischen Arbeiten“, bemerkt Kayserling2* ״war Abarbanel trefflich vorbereitet; er hat seine Aufgabe in einer *) Vgl. auch Heinz Pflaum: Der Renaissance - Philosoph Leone Hebreo Soncino-Blätter, Bd. I. S. 214, wo von Isak Ab. gesagt wird: . . . bemerkenswert aber ist, dass er Aristoteles, die Pythagoräer, Empe~ dokles, Plotin, Seneca, Cicero, sowie Augustin, Duns Scotus, Thomas v. Aquin und mehrere andere christliche Schriftsteller zum Teil sehr gut kannte und benutzte. Wie gut er mit der portugiesischen Sprache und dem rhetorischen Stil seiner Zeit vertraut war, verrät ein une. erhaltener Brief an einen Adligen seiner Bekanntschaft. s) Geschichte der Juden in Portugal, S. 81.