Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 667 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine Leuchte der Bibelexegese usw. 66T Herzen nennt, der, wie ein moderner Literarhistoriker1 mit Recht von ihm sagt, ,die Reihe jüdischer Gelehrten nnd Staatsmänner in Spanien, ja die ganze jüdisch-spanische Periode würdig abschliesst“. Hier soll eine Seite seiner vielseitigen Tätigkeit behandelt werden, seine Bibelexegese2 * 4. Sie ist freilich die bedeutendste seiner Leistungen, die ihm unter den Erklären! der Bibel für alle Zeit eine der ersten Stellen einräumt. Eine kurze biographische Skizze sei vorangeschickt. U. Don Jizchak ben Jehuda ben Samuel Abarbanel war der berühmte Spross eines vornehmen jüdischen Geschlechts in Spanien. ,חטר מגזע ישי ונצר משיש משפחת בית דוד אשר באו לספרד מגלות הבית הראשון wie er selbst sich nennt. Der Vorrang jüdisch-königlichen Geblüts, dessen sich seine Familie rühmte, wurde, wie Gr ätz* bemerkt, ihr auch unangefochten eingeräumt. Von seinem Grossvater, der in Sevilla lebte, schreibt lsak Abarbanel: אוהב חכמים ומקרבם ומטיב להם ומגן וצנת לשאר אחיו und von seinem Vater, der beim Infanten Fernando, den Bruder des Königs Eduard, in grosser Gunst stand und ebenfalls ein hochherziger, freigebiger Hann war, איש חי רב 4פעלים הנשיא בישראל נתל שמו. Infolge der Greuel des Jahres 1391 wanderte sein Grossvater lsak Abarbanel nach Portugal aus und liess sich in Lissabon nieder. Dort wurde Don Isaak im Jahre 1437 — in einem Dezennium werden es demnach 500 Jahre — geboren. Von seiner Jugendzeit und seiner Erziehung, seiner Ausbildung und seinen Lehrern, sind uns keine besonderen Mitteilungen über• liefert. Ans semen Werken und der Tatsache, dass er wiederholt Staatsämter bekleidet, können wir aber mit Recht schliessen, dass ihm eine sorgfältige Ausbildung im Jüdischen wie im Profanen zu Teil geworden, wie es ja bei den vornehmen Juden Spaniens seiner J) G. Karpeles, Geschichte der jüdischen Literatur 8. :827. 2) Seine Religionsphi 10 sophie behandelt eingehend Jacob Gutmann in seiner Schrift: Die religionsphilosophischen Lehren des IsacAbarbaneL *).'Geschichte der Juden, Bd. VIII S. 334. 4) Vorrede zum Kommentar zu Josua.