Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 666 (sequence 84)
- Language
- German
- Belongs to
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666 Eine Leuchte der Bibelexegese usw. Jüdische Dichter und Sänger schildern uns in beredten Worten die Herrlichkeit und die Erzeugnisse jener Periode, preisen die jüdischen Koryphäen auf allen Gebieten jüdischen und menschlichen Wissens, die in jener Zeit den Ruhm unseres Volkes aller Welt kündeten. Und bis in die neueste Zeit hinein ist das Fortwirken jener lichtvollen Epoche und ihrer Geistesheroen, überall wo gelernt und geforscht wird, zu beobachten. Ja, gerade in den letzten hundert Jahren werden mehr und mehr Arbeiten unserer Grossen genannter Periode ans Licht gefördert, nach Gebühr durchforscht und gewertet, systematisch geordnet und bearbeitet, להגדיל תורה ולהאדירה, zur Mehrung des jüdischen Wissens. Diese Tätigkeit kann nicht genug eingeschätzt und gewürdigt werden, bietet sie doch neue Impulse zur Belebung der Regsamkeit der jüdischen Seele auf den uijüdischen Gebieten, in einer Zeit, wo ganze Zweige spezifisch-jüdischer Wissenschaft der Gefahr der ״Ueberfremdung״ ausgesetzt sind; wo wir entweder durch Einseitigkeit oder blinde Mimikrie unsagbaren Schaden an unserem geistigen Erbgute nehmen, wo besonders unsere Jugend geistige Armut im eigenen, und überwältigenden Reichtum im anderen Lager wähnt. Eine geschickte und weise Führung durch die Gallerie der wahrhaft Grossen in Israel jener glanzvollen Galutperiode, die manche Züge mit denen der Jetztzeit gemeinsam hat, die Belehrung über deren Leben und Leisten, das Aufzeigen ihrer Geistes- und Seelensgrösse, ihrer Bildung und Kenntnisse, ihrer führenden Stellung und ihres Verhältnisses zu den wichtigsten Fragen von Juden und Judentum, die Beschäftigung mit ihren Werken und den darin gezeichneten Richtlinien für das jüdische Denken und Handeln, kann nur von segensreicher Wirkung sein. זכר צדיקים לברכה findet hier seine beste Anwendung. Und der Ausspruch: מעשיהם של צדיקים הם?כרונן gilt auch auf deren Geistesprodukte anzuwenden. Als letzter würdigster Repräsentant dieser Periode erscheint uns Don Jizchak Abarbanel, jener Mann, der einem Brennspiegel gleich die letzten Strahlen jener leuchtenden Periode in der Geschichte unseres Volkes, in den Stunden vor dem Untergange in sich sammelte und der Nachwelt im Reflex übermittelte, jener Mann, dessen Name jedes jüdische Kind mit vor Stolz bebendem