Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 665 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ueber den ״Gegensinn“ usw. 660 ucd sie yermittels der eingangs erörterten psychoanalytischen Hypothese versuchsweise zu deuten. Der strenge Philolöge und Grammatiker wird die Verwandtschaft von vielen dieser angeführten Fälle bezweifeln und verwerfen; doch der Psycholöge wird hier manche Assoziationen und seelische Zusammenhänge anerkennen und die Daseinsberechtigung unsrer Hypothese gelten lassen und vielleicht gar als Forschungsmittel weiter benutzen. Das Eine scheint als Ergebnis vorstehender Untersuchung und Zusammenstellung gesichert: Sowie die Aegypter (auch im Chinesischen soll es so sein) beim Gegensinn der Worte durch entsprechende Zeichen für Klarheit und Eindeutigkeit gesorgt haben, so dienten oft im Hebräischen die בנינים (namentlich der Pie!) beim Verbum, oft einfache Vokalisationsänderungen bei Substantiven zur Unterscheidung. Ausdrucksvolle Mimik, Satzzeichen und Betonung (נגינות, Akzente) mögen auch zur Verdeutlichung beigetragen haben. Doch das wesentliche Hovens und Agens bei diesen Fällen von Gegenbedeutung desselben Worts mag das psychologische Gesetz von der Ambivalenz und Polarität der Grundgefühlsregungen gewesen sein. Eine Leuchte der Bibelexegese um die Wende des Mittelalters. Von Dr. Samuel Grimberg, Berlin. I. Durch ein halbes Jahrtausend leuchtete die Sonne der jüdischen Kultur in den spanischen Landen. Das Morgenrot jenes goldenen Zeitalters, jener Blüteperiode des jüdischen Geistes in seiner Mannigfaltigkeit während seiner Wanderungen in den Landern der Diaspora, begann am Anfang des 10• Jahrhunderts; ihm folgten drei Jahrhunderte glanzvollen Lichtes, das dann allmählich zu verblassen begann, um mit der Vertreibung der Juden aus d$r iberischen Halbinsel am Ende des 15• Jahrhunderts in fast dunkler Macht seinen Abschluss zu finden.