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Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 651

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 651 (sequence 69)
Language
German
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Ueber den *Gegensinn״ usw. 651 sei es nicht verwunderlich, dass bei diesem Prozess sich bei gewissen Kontrastbegriffen eine Doppelbedeutung erhalten, beziehungsweise herausgebildet habe, wobei die eine Bedeutung häufig überwogen, aber die gegenteilige Bedeutung nicht immer verdrängt habe. Daher enthalte manche Bezeichnung für den einen Begriff auch ein Element des Gegenteils und bezeichne bisweilen auch geradezu das Gegenteil mit. Auf den naheliegenden Einwand, dass die fortschreitend differenzierende Logik des kulturell fortschreitenden Aegyptervolkes solche begrifflich doppelsinnigen Bezeichnungen auszuschalten oder eindeutig zu machen hätte bestrebt sein sollen, gibt Abel die Erwiderung (und er illustriert sie auch an Beispielen), dass der Aegypter in der Tat in seiner Bilderschrift für Zeichen gesorgt habe, die den Begriff entweder als positiv oder als negativ, eis sein Gegenteil, klar genug für den Leser kenntlich gemacht hätten. In der mündlichen Rede habe man sich mit einer entsprechenden verdeutlichenden Geste beholfen * 1. Die psychologischlogische Begründung 2, die Abel für den Gegensinn der Urworte und ihrer Weiterentwicklung hier gibt (und die von Landau, 1. c. p. 26—29, durch Hervorhebung einiger assoziativer Momente wie: Kontrast als Ideen verbin düng, Ursache und Wirkung, Polarität gewisser Begriffe, doppelseitige Beschaffenheit räumlicher Dinge, gestützt und erweitert wird), bedarf u. E. einer bung nach innen zu eine gekrümmte Vertiefung; wird diese Erscheinung mit einem Namen belegt, so leuchtet es ein, dass dieser sowohl für Erhöhungen als auch für Vertiefungen verwendet werden kann (1. c. p. 26). 1) Diese Annahme vom ursprünglichen Gegensinn der Urworte scheint auch Adolf T o b 1 e r (der berühmte Berliner Romanist) zu be- «tätigen und als Gesetz für alle Sprachen ausdehnen zu wollen: ״Schon bei der ersten Sprachbildung mochte es Vorkommen, dass gewisse, ihrer objektiven Natur nach doppelseitigen Anschauungen sprachlich in ein und derselben Sprachwarzel fixiert wurden, der dann also eine doppelte, fast entgegengesetzte Bedeutung zuzukommen scheint“ (zitiert bei Abel p. 32, aus: A. Tobler, Versuch eines Systems der Etymologie, in Steinthal u. Lazarus, Zeitschrift f. Völkerpsychologie, Band I, p. 360). 2) Weitere Werke, die das psychologische Moment bei der Antithetik der Worte berücksichtigen, siehe zitiert bei Landau (1. c, p. 30).

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