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Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 650

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Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 650 (sequence 68)
Language
German
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650 Ueber den ״Gegensinn“ usw. Versuch, den Gegensinn in den Ursprachen aus einem einzigen Prinzip ableiten zu wollen, fehlschlagen müsse und dass nur ein eklektisches Verfahren von Fall zu Fall (ein logischer, linguistischer oder psychologischer Lösungsversuch) zum Ziele führe; Aufgabe des Sprachforschers sei es, jedesmal bei Bedeutungsumschlag bald linguistisch-etymologische, bald logische, bald psychologische Einflüsse ausfindig und wahrscheinlich zu machen. Bei Landau (p. 36) ist auch nachzulesen, welche hebräischen und besonders arabischen Autoren und grammatischen Werke früherer Jahrhunderte sich mit diesem Problem des Gegensinns der Worte (im Hebräischen meist טעם והסוכר, דבר והפוכו genannt) bereits beschäftigt haben. E. Landaus Werk, lexikalisch eine überaus gründliche Arbeit, bringt an psychologischen Moti- Vierungen für den Gegensinn nur Spärliches (1. c.? p. 26—28), wir kommen a. a. O. noch darauf zurück. C. Abel versucht für den Gegensinn der Wörter folgende psychologische Begründung zu geben: Unsere Begriffe, z. B. von Hell—Dunkel, Gross—Klein, Gut—Schlecht usw., entstehen durch Vergleichung. ״״Gut“ ist ein kor-relativer Begriff zu ״Schlecht“, ״Stark“ zu ״Schwach“, ״Tugend“ zu ״Laster“ usw. Da man den Begriff der Stärke nicht konzipieren konnte, ausser im Gegensatz zur Schwäche, so enthielt das Wort, welches ״stark“ besagte, eine gleichzeitige Erinnerung an ״schwach“ als durch welches es erst zum Dasein gelangte. Dieses Wort bezeichnete in Wahrheit weder ״stark“ noch ״schwach“, sondern nur das Verhältnis zwischen Beiden und den Unterschied Beider, welcher Beide gleichmässig erschuf“ (Abel, 1. c. p. 15) 1. So *) Diese Begründung deckt eich dem Sinne nach teilweise mit dem von Landau Gesagten: ״Ursache und Wirkung. Mittel und Zweck sind zwar als formale Weehselbegriffe einander entgegengesetzt, in kausaler Hinsicht dagegen stehen sie in innigster Beziehung; im schaffenden Denken existieren sie als einheitliches Ganzes“ (1. c. p. 27). Aehnliches sagt Landau an andrer Stelle: ״Der zweite Grund für Entstehung des Gegensinns ist schon mehr objektiver Natur, indem er von den Erscheinungen selbst gleichsam veranlasst wird; eine hohle Halbkugel z. B. bietet der Anschauung eine doppelte, verschiedengeartete Fläche dar; nach der Aussenseite eine gerundete Wöl-

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