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Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 646

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Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 646 (sequence 64)
Language
German
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646 Abstammung und Herkun;t usw. Handel zu treiben, in die Moldau übersiedeln mögen. Um aber besonders die Juden anzulocken, erklärt er darin die Vertreibungsurkunde Peters für kraftlos ). Auch die Codices des Mathias Bassarab in Mantenia (1646) und des Vasile Lupu in der Moldau enthalten bereits spezielle Artikel betreffend die Juden, woraus zu schliessen ist, dass diese in ansehnlicher Zahl in beiden Ländern vorhanden waren, da bei einer verschwindend geringen Anzahl von Juden eine Regelung ihrer Verhältnisse und Fixierung ihrer Rechte durch das Gesetz nicht notwendig oder erachtenswert gewesen wäre* 2). Ebenso können wir auch aus den Berichten Paul de Aleppo’s, der 1650—1660 den Bischof Makarie begleitet, über die Grauen erregenden Verfolgungen der Juden durch die Chmelnitzky-Horden in Rumänien, auf ihre starke Verbreituog daselbst schliessen, da diese Erscheinungen ihm sonst nicht so sehr aufgefallen wären, dass er sie besonders behandeln zu sollen für nötig erachtet hätte. Er berichtet ferner auch schon über zwei Judengemeinden, die in Muntenien existierten, die eine in Krajowa und die andere in Targowischte, an deren Spitze sog. Starosten d. h. Juden-Aelteste ständen3). Kurz darauf, vor und bei Beginn der Fanariotenherrschaft in den Fürstentümern werden auch schon die Judengemeinden im ganzen Lande, insbesondere in der Moldau, gegründet. Als letzte Urkunde zum Beweise für die schon beträchtliche Anzahl von Juden sei noch der Akt Stefan Rakowitza’s vom Jahre 1764 über die Vollendung der einheitlichen Organisierung der Juden daselbst erwähnt, worin er die Institution des ״Chacham-Baschi“, eines מLandes- Rabbiners״, begründet, der seinen Wohnsitz in Jassy haben, seine *) Dr. E. Schwarzfeld, din istoria evreilor, impopularea, reimpopularea si intemeierea targurilor schi targusoarelor in Moldova, Bukarest 1914, S. 12; die Urkunde ist auf bewahrt im Archiv d. Mag. Lemberg, nach Brociuer a. a. 0.1; Hurmuzaky, a. a. 0. II. Suppl. S. 72; Berkowitz, a. a: 0. S. 78. 2) Berkowitz, a. a. O. S. 57—68, S. 23. 3) E. C. Balfour, the travels of Makkarius (Patriarch von Antioehia), London 1829, II. Bd. S. 306—370; Jorga a. a: 0. S. 9; Berkowitz S. 64 möglicherweise sind durch die grausamen Verfolgungen der Chmelnitzky- Horden, auch russische Juden nach Rumänien geflohen und hier geblieben.

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