Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 647 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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Abstammung und Herkunft usw. 647 Macht und Jurisdiktion aber über die ganze Moldau und Walachei erstrecken solle 1). Nun stehen wir an der Schwelle einer neuen Epoche, gekennzeichnet durch die Besetzung der Bukowina durch Oesterreich. So scheint uns ein abschliessender Rückblick geboten: Das Urelement der heutigen rumänischen Judenheit ist das palästinensische, das wir noch vor oder bei der Eroberung Daziens durch die Römer hier antreffen. Wir finden diese Juden dann ununterbrochen durch viele Jahrhunderte, teils in den an Rumänien grenzenden Gebieten unter den Vorfahren der heutigen Rumänen und im guten Einvernehmen mit diesen lebend, teils auf rumänischen Boden selbst, wo sie Schutz vor Verfolgungen suchen und finden. Die Kontinuität ihrer Existenz konnten wir bis zum Abzug der Tataren genau verfolgen. Zur Zeit der Chazaren mögen sich ausser diesem Grundelement noch chazarische Juden hier angesiedelt haben. Wenn wir nun auch nicht positiv behaupten können, dass die Juden unter den Tataren palästinensischen Ursprungs sind, — das heisst die Nachkommen der möglicherweise nach Abzug der Römer aus dem trajauisehen Dazien hier zulande weiter verbliebenen Juden —י so müssen wir sie eben als gemischt palästinensischer-byzantinischerchazarischer Abstammung ansehen, weil bis dahin (18. Jahrhundert) ausser den vom byzantinischen Kaiserreiche ins Land geflüchteten Juden noch keine fremde Judeneinwanderung stattgefunden hatte. Im 14/Jhd. beginnt dann der Zustrom von neuen Juden durch Einwanderungen und Neuansiedlungen, teilweise infolge der Verfolgungen in den benachbarten Ländern wie Ungarn, also erzwungenermassen, teilweise aus freiem Antrieb, verursacht durch die Handels- und Verkehrsnotwendigkeit, wie die Einwanderung polnischer Juden unter Stefan d. Grossen und türkischer Juden, teils aber auch — dies besonders in jüngerer Zeit — auf Einladung der Bojaren, um den Handel zu fördern, Städte und Märkte zu gründen oder ihre Besitzungen und sonstigen Betriebe zu verwalten. Wir sehen also, dass das Urelement, der Grundstock der heutigen rumänischen Juden das palästinensische gewesen ist, welches י) Schwarzfeld, a. a. O. S. 18; Brociner. a. a, 0. S. 164; Berkowitz. a. a. 0. S. 66.