Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 645 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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usw. 645 Abstammung• und Hr-rkuj-.lt Gelehrter, der damals dort weilte, Auskunft. £0 erzählt Josef Salomon Delmedigo, dass er auf seiner Rei. e von Konstantinopel nach Polen in Jassy den Rabbiner Salomon ben Araja aus Jemen angetrofien habe, der dort schon seit 40 Jahren weilte und diese Funktion ausübte und er selber hielt sich ebenfalls dort 11 Jahre auf1 2). Daraus können wir entnehmen, dass eine grosse Gemeinde daselbst gewesen sein muss, denn sonst wäre kein Rabbiner aus Jemen hingekommen, und geschweige denn dort geblieben. Ebenso erfahren wir aus den Responsen ״Massath Binjamin*, des mit den Verhältnissen in der Moldau gut bekannten Rabbiners Benjamin Salnik in Saloniki dass Juden, die des Handels wegen dorthin oder nach der Türkei zogen, in Jassy und den anderen Stadien yon rumänischen — oder wie er sic nennt — von ״walachisclien“ Jaden bewirtet und beheibergt wurden־). Erwägt man noch, dass die geschäftshalber dahin reisenden Juden sich oft lange dort aufhielten und nur rituelle Kost genossen, so ergibt sich auch daraus, dass die Juden dort schon ziemlich zahlreich vertreten gewesen sein müssen. Nebst diesen freiwilligen Einwanderungen von Juden in die Moldau, begegnen wir seit dem Anfang des 17. Jhd. auch den von den Bojaren, den Gutsherrschern des Landes an die Juden ergangenen Einladungen, in weichen diese zur Ansiedlucg im Lande, zur Bevöikerung wie zur Begründung von Städten und Märkten, zur Verwaltung der Gutsherrschaften und Schänken und zur Errichtung von Brennhäusern aufgerufen werden. Da ist gleich das älteste diesbezügliche Dokument, das man über die Einladung von Juden nach der Moldau seitens der Bojaren zwecks ihrer Niederlassung und Ansiedlung daselbst hat, das Schreiben des Stefan Tomscha — 1612 — an den Magistrat der Stadt Lemberg, dass Kaufleute ohne Unterschied der Religion, um den Handel zu fördern und ungestört 1j Rabbi Moses Mitz, Noveloth Chochmah, Basel 1628, enthaltend die Biographie des Rabbi Josef Salomon Delmedigo, der 1618—1628 hier geweilt hat, vgl, Graetz III. S. 431 ff; Broeiaer, a. a. 0. S. 132; Beikowitz, a. a. 0. S. 56; Jorga, a a. 0. S. 7. 2) Responsen ״Massath Binjamin“ von Rabbi Benjamin Salnik, Krakau 1633, Resp. Nr. 44, v. Jahre 1596; Nr. 45, v. J. 1605; Nr. 104, v. J. 1616, weiteres Nr. 68, 105 und 109 u. v, a.