Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 639

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 639 (sequence 57)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2292929-2293050-2293056--09427-2302713
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Abstammung und Herkunft usw. 639 wo sie noch unter der Herrschaft der Tataren, die sich tolerant gegen die Juden zeigten und mit ihnen Handel trieben, ein besonderes Stadt-Viertel bewohnten, worüber sich der rumänische Historiker Pref. Nistor bestimmt ausdrückt ״dass die Juden demnach schon in der ersten Hälfte des 14. Jahrhundertes in den Donaufürstentümern und besonders in der Moldau bezeugt sind“* 1). Für uns ist diese Tatsache aus mehreren Gründen besonders wertvoll: I. Wir können so die ununterbrochene Kontinuität der jüdischen Kolonie in Rumänien, bevor noch irgend eine Einwanderung von Juden aus anderen Ländern hierher stattgefunden hat, sicher feststelien. II. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir als am meisten wahrscheinliches Ursprungsland dieser Juden Palästina annehmen, von wo sie in grösserer Zahl zur Römerzeit nach Dazien kamen und auch nach Ablösung der Römerherrschaft durch die Goten bliebeD, und sie daher als Nachfolger jener bezeichnen; wissen wir doch, dass die Goten nicht schlecht gegen die Juden verfahren sind. Ganz sicher aber dürfen wir die heutigen Juden als Nachkommen der infolge der Verfolgungen im byzantinischen Reiche hierher gewanderten beziehungsweise der chazarischen Juden ansprechen; denn für die Tatarenzeic und seitdem für jede Epoche ist die Existenz der Juden bezeugt. III. Aus all dem ergibt sich die Schlussfolgerung, dass diese Juden teils palästinensischen, teils byzantinischen, teils chazarischen Ursprunges sind, denn woher sollten sie sonst gekommen sein, da Einwanderungen aus anderen Ländern noch nicht vorkamen. Wir kommen nun zu dem Zeitabschnitte, wo auch die Ein- Wanderungen aus den an Rumänien angrenzenden Ländern beginnen, seien es spontane, verursacht durch den Reichtum des Landes, seien sie durch Einladung der Bojaren und die Inaussichtstellung von Privilegien verursacht oder seien sie endlich von Juden-Ver- J) Revista pentru istoria, arclieologia si filologia, III. Bd. S. 143; I. Nistor, Handel und Wandel in der Moldau bis Ende des 16. JhcL, S. 08; ebenso Jorga, Geschichte des rumänischen Volkes, I Bd. S. 190, ״Wohnungen der Juden“.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.