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Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 640

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Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 640 (sequence 58)
Language
German
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640 Abstammung und Herkunft ט sw. folgungen provozierte. Wir körmen die Steigerung der Zahl der Juden von Jahrzehnt zu Jahrzehnt an Hand von Urkunden beweisen. Und schliesslich finden sie sich als ganz kompakte Massen in geschlossenen Siedlungen. Diese Juden lagern sich nun — man könnte sagen, wie eine Oberschicht über den eigentlichen Kern der alten jüdischen Kolonie, deren Ursprung wir oben behandelt haben, und den sie im Laufe der Zeit besonders infolge ihrer zahlenmassigen Uebermacht ganz in sich aufgehen lassen. Wir unterscheiden hier zwei Ströme von neuer jüdischer Ein- Wanderung, einen aus dem Westen kommend, aus Spanien, Ungarn, Polen, Deutschland und Russland, und den anderen aus dem Osten, der Türkei und Bulgarien. Unter der Regierung Ludwigs I. von Ungarn (1351 — 1361) ziehen viele Juden wegen der von ihm ausgehenden Verfolgungen nach Oesterreich und Mähren und die aus Siebenbürgen hauptsächlich nach der Walachei1). Bei dieser ersten Masseneinwanderung von Juden nach Rumänien, wurden sie gern aufgenommen und ihnen bereitwilligst Unterkunft geboten. Radu II. (Rudolf) und Dan I. gaben ihnen auch zwecks Belebung des Handels viele Privilegien2). Sulzer behauptet sogar, dass die Stadt und Festung Turnul um diese Zeit und bei Gelegenheit ihrer Verbannung aus Ungarn von den Juden angelegt worden sei und fügt hinzu, es liege ״eine durch Urkunden erweisliche Niederlage“ (== lassung) vor2). Ebenso beginnt etwas später auch das Einströmen polnischer Juden, die im 14. Jahrhundert ziemlichen Einfluss auf den moldauischen Handel gewannen3), in die Moldau. Sie sind schon unter Alexander dem Guten (1400—1432) in grossen Scharen, bestimmt aber unter Stefan dem Grossen aus Polen in die Moldau geschäftshalber wie zum dauernden Aufenthalt daselbst gekommen;!) Schwarzfeld, a. a. O. S. 18; Berkowitz, a. a. O. S. 47 nach D. J. Bergei, Geschichte der ungarischen Juden, Leipzig 1879. 2) Michael Kogalniceanu, histoire de la Dacie, des Valaques transdanubiens et de la Valachi, Berlin 1854, S. 76 bei Schwarzfeld, a. a. 0. S. 19. 2) Sulzer, a. a, 0. I, Bd. S. 868, II. Bd. § 124. S. 147—150. 3) Nistor. a. a. 0. S. 54—65, 58—60, 72; Dr. E. Schwarzfeld, Evrei din Moldova 8ub codica Calimach; Wilhelm Schmidt, Suczawas historische Denkwürdigkeiten, S. 96; F. R.Kaindl, die Juden in der Bukowina.

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