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Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 638

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 638 (sequence 56)
Language
German
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638 Abstammung und Herkunft usw. zunehmen oder das Land zu verlassen. Diese ihre Existenz bedrohenden Gesetze zwangen sie zur Auswanderung, und viele, die sich nicht taufen lassen wollten, flohen in das Gebiet des heutigen Rumänien oder überschritten die Donau und fanden Schutz bei den Chazaren, die im 8. Jahrhundert zum Judentum übergetreten waren1)״ Wir beobachten so die fortdauernde Existenz der Juden in den Donaugegenden und in den Ländern am Schwarzen Meere, die nun durch eine neue Komponente, die chazarischen Juden, verstärkt werden. Ein Zuzug von Juden vom rechten — bulgarischen — Donauufer her auf das linke — rumänische — und eine Verstärkung der dortigen Juden dürfte während der Personalunion unter der Dynastie der Assaniden erfolgt sein (1180). Nun hören wir einige Zeit nichts, bis Benjamin von Tudela, der jüd. Geograph im 12. Jahrhundert, wieder einige Nachricht bringt. In Mazedonien am Flusse Sperchio fand er 50 jüd. Familien, an deren Spitze 2 Patriarchen, Jakob und Salomon, standen, und die im besten Einvernehmen mit den Walachen lebten, so dass diese die mit ihnen zusammen wohnenden Juden ״Brüder“ nannten (1165—1173)2). All diese Dokumente, Berichte und Indizien geben uns das Recht als Resultat festzustellen, dass die Juden unter den Dako- Rumänen und Walachen, die wir als Vorfahren der heutigen Rumänen bezeichnen dürfen — da die ethnische Verbindung zwischen den nördlichen und südlichen Rumänen noch nicht vollständig zerrissen war — seit der Periode der römischen Eroberung und in den späteren Epochen gelebt und in diesen in der Nähe Rumäniens und um die Donau befindlichen Regionen gewohnt haben. Es müssen aber auch Juden im Gebiete des heutigen Rumänien selbst sich befunden haben, die entweder nach dem Abzüge der Römer dort verblieben oder von den chazarischen und den zu ihrer Zeit vom oströmischen Reiche wegen der dortigen Judenverfolgungen zugewanderten Juden abstammen; denn gleich nach dem Abzüge der Tataren finden wir sie hier auf rumänischen Territorium vor. Sie werden nämlich schon 1330 in Akermann (Cetatea-Alba) erwähnt, נ) Berkowitz, a. a. 0. S. 46, nach Cassel, Magyarische Altertümer, S. 208—9; Schwarzfeld, a. a. 0., S. 13. 2) Benjamin von Tudela, Reisebeschreibungen, S. 58.

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