Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 637 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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Abstammung־ und .Herkunft usw. 637 verblieben; höchstwahrscheinlich ist ein grosser Teil mitgezogen, der dann das ״aurelianisehe Dazientt bevölkerte. Wenn man aber bedenkt, dass sich die Juden den damals einfallenden Barbaren- Stämmen nicht entgegenstellten, wenn man weiter bedenkt, dass sie doch gewohnt waren, Leid zu ertragen und dass sie den Feind nicht reizten, überdies auch die Lage anderer Länder als recht ungewiss und sogar als traurig beurteilen mussten, dann darf man wohl annehmen, dass ein ziemlich erheblicher Teil im nördlichen, dem ״trajanischen Dazien“, verblieben ist1), wo er anscheinend von den Goten, die als Verbündete kamen und mit der griechisch-römischen Knlturwelt Handels- und kulturelle Beziehungen unterhielten, gut behandelt wurde'2). Hingegen können wir feststellen, dass Juden jenseits der Donau im römisch-aurelianischen-Dazien unter den christlichen Kaisern lebten; denn nnter Theodosius I. (379) ergeht ein Auftrag und Edikt an die Präfekten,, den Judenverfolgungen und Eingriffen in ihre Rechte Einhalt zu tun und die Synagogen und ״Habitaculae״ derselben zu schützen3). Des weiteren finden wir, dass der oströmische Kaiser Justinian (527—565) unter den errichteten Festungen die diesseits der Donau bei Turn-Magurele erbaute den ״Judeuturm4 ״) benannte, was doch wohl auf den Aufenthalt von Juden daselbst hin weist 5). Ebenso bezeugen auch seine drakonischen, feindseligen Bestimmungen in seinen Gesetzessammlungen gegen die Juden ihre Anwesenheit in seinem Reiche6). Etwas später hören wir von den Judenverfolgungen im byzantinischen Reiche unter Leo dem Isaurier, (722), der sie vor die Alternative stellte, entweder die Taufe au- J) M. Schwarzfeld, Sefer Hasikaron in Gräbers Ozar Hasafris, S. 12. 2) J/'Wertheimer, die Juden in Oesterreich, S. 5, über Theodorich ä. Gr. 3) Codex Theodosius, XVI. S. 8, ״de judeis caellicolis et Samaritanis״ bei Graetz, Gesch. d. Juden, IV. Bd. S. 354, ebenso Wertheimer, Schwarzfeld und Berkowitz, alle a. a. 0. 4) ״xal -עס׳ךקט Iva louöato? xakoüjxevov“ nach Prokopios von Cäsarea, de aedificiis, IV. 6. 21. in Jakob Haury’s: Procopii Caesariensis opera omnia volum III, 2 Seite 129. Verlag Teubner, Leipzig 1913. 5) Schwarzfeld, a. a. 0. S. 11—12. 6) vgl. auch das Verbot der Ehen zwischen Juden und Chris en, -u. v. a. Graetz, Gesch. d. Juden V. S. 21—26.