Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 635 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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Abstammung uud Herkunft usw. 635 Führers der alexandrinischen Juden-Gesandtschaft an Kaiser Caligula Philo Judaeus, dass Juden ״noch in den unzugänglichsten Buchten des Schwarzen Meeres wohnen״; Tatsachen, die eben in den aufgefundenen Inschriften auch ihre Bestätigung finden. Endlich flohen noch infolge der Zerstörung des 2. Tempels viele Juden besonders nach dem nahen Klein-Asien oder noch weiter nordwärts; die übrigen gingen als Gefangene nach Italien bzw. nach Rom. Hierbei sehen wir von der jüd. Diaspora in Aegypten und ihrem grossen Zentrum in Alexandrien, ganz ab, da diese für unsere Untersuchung fast gar nicht oder nur sehr wenig in Betracht kommen. Wir sehen also, dass schon vor der Eroberung und Zerstörung Jerusalems durch Titus im Gebiet des Schwarzen Meeres, von dem die Donauregion und im 1. vorchristlichen Jahrhundert auch der Streifen bis zur Mündung des Bug (die Stadt Olbia) zum damaligen Reiche der Dazier gehörte, das sich über das Territorium des heutigen Rumäniens erstreckte, wegen der Fruchtbarkeit des Landes und der Handelsmöglichkeiten sich viele Juden nachweisbar aufhielten. Desgleichen entnehmen wir die Tatsache, dass Juden in den an das heutige Rumänien angrenzenden Landschaften wohnten und sesshaft waren, aus der Apostelgeschichte1), insbesondere aus Paulus, der es sich besonders angelegen sein liess, den Juden das Christentum zu verkünden, und in Mazedonien bis nach Philippi und Tessalonich und in Griechenland bis nach Berrhöa kam, und dort die ersten christlichen Gemeinden in Europa gründete. Bogdan Petriceu Hazdeu, ein rumänischer Historiker, behauptet sogar, dass Juden in Rumänien schon zur Zeit der Hasmonäer waren und stützt diese These auf jüd. Münzen aus der Makkabäerzeit, die er bei Chotyn im heutigen Bessarabien gefunden hat2), woraus meines Erachtens mit apodiktischer Sicherheit ein Schluss auf die Anwesenheit von Juden im heutigen Rumänien für jene frühe Zeit nicht gezogen werden kann. Da der Norden und Nordwesten des Schwarzen Meeres, wozu auch die heutige Dobrudscha und die Gegend um die Donau- J) Prof. Dr. W. Staerk, a. a. 0. I, Bd. S. 115: ״Die Apostelgesch. (2, 9 ö) kennt eine von Rom bis nach Parthien und vom Schwarzen Meer bis nach Aegypten reichende Diaspora“ (vgl. auch AG15.2 .־ ). 2) Bogdan Petriceiu Hazdeu, Istoria tolerantei religioasei in Romania, S. 76; J. Psantir, Maskeret-Zion, S. 2.