Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 634

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 634 (sequence 52)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2292929-2293050-2293056--09422-2302708
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

634 Abstammung und Herkunft usw. Küstenländern des Schwarzen Meeres zogen, wo sich ein intensiver Handelsverkehr entfaltete, und teils sieb nach Klein-Asien wandten und hier festen Fuss fassten. Ebenso begaben sich, als in Palästina innerjüdische Thronstreitigkeiten herrschten und das Land mehr und mehr eine römische Provinz wurde, viele Juden nach Rom, wo sie eine jüdische Kolonie gründeten; viele wieder zogen nach den Handelszentren Klein-Asiens und Griechenlands, — hierfür gerade finden sich zahlreiche Belege in Talmud und Midrasch — sowie in die Küstenstädte im Norden und Nordwesten des Schwarzen Meeres1). Tatsächlich bestätigen auch die aufgefundenen Inschriften die Anwesenheit von Juden im trakischen Chersones und in den Küstenstädten nördlich und nordwestlich des Schwarzen Meeres, wie Anapa, Pantikapäion (dem heutigen Kertsch) und Olbia2). Auch hier können wir uns auf schriftstellerische Zeugnisse stützen, wie etwa die Angaben des griechischen Geographen Strabo, dass es nämlich im Anfänge des 1. vorchristlichen Jahrhunderts kaum eine Stadt in der Welt gab, in der nicht Juden zu finden waren 3) oder die Worte des jüdischen 1) Nach Josefus Fiavius, Tertulian, vgl. Dubnow: Weltgeschichte des jüd. Volkes, Bd. II, S. 485/486. 2) Basilius Latyschew (Vasilij LatySev). Id scription es antiquae orae septemtionalis Ponti Euxini graecae et latinae, 4 Bde. Petropoli 1885, 1890, 1901. II. Bd. 1890, Pantikapaium: Nr. 52 et 53, S. 49—53; Nr. 804-306, S. 154—155; Nr. 401—404. IV. Bd. 1901 Anapa: Nr. 430, S. 237/38 und mehrere andere. Emil Schürer, Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu, III. Bd. S. 18; ebenfalls von Schürer, die Juden im Bosporanischen Reiche und die Genossenschaften der aeßojisvov ozbv ukLigtov in den Sitzungsberichten der preussischen Akademie vom Jahre 1897, S. 200—225. M. Rostovtzeff, Iranians and Grecks in South Russia, Oxford 1922, S. 150, 179/180. Page 150: ״We may conjecture that the first Jewish colonists of Panticapaeum were introduced by Mithridates“. Page 179. ״It is true that there was a powerfull jewish colony in the Bosporus by the first Century A. D.u Olbia am Bug bei der Mündung des Dnjepers wurde im 1. Jhd. v. Chr. vom Dazierkönig Boerebista erobert, vgl, Jorga, Gesch. des rumänischen Volkes, Gotha 1905, 1. Bd. S. 21. 3) Prof. Dr. W. Staerk, Neutestamentliehe Zeitgeschichte, I. S. 115. Philo’s Worte im Original lauten: ״axpi twv 70ü ttovtvü {xox«)Va in Philo’s legatio ad Cajum, § 36. editio Mangey, II. S. 587; vgl. Schürer, Gesch. des jüd. Volkes im Zeitalter Jesu, III. S. 17/18.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.