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Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 618

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Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 618 (sequence 36)
Language
German
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61S Die Nachahmung Gottes usw. ob diese aber oft in philosophischer oder dialektischer Umhüllung zur Erklärung derselben viel oder wenig beigetragen haben, braucht, trotz des zweifellos besten Willens, nicht in Frage gestellt zu werden. Es wird heute allgemein anerkannt, soweit die Frage überhaupt vom wissenschaftlichen Standpunkte aus berührt werden kann, dass die ganze Literatur ohne Zeitgeschichte und Kenntnis der Realien, ein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch ist. Frömmigkeit und religiöse Erkenntnis strömen aus der innern Erfahrung des Menschen einerseits und den Eindrücken aus der ihn umgebenden Welt andererseits. Ein Satz des R. Judan b. Simon wird in der Agada häufig erwähnt: ״ 2גדול כחן של נביאים שמדמין את הצורה ליוצרהGross ist die Kraft der Propheten die das Geschöpf mit dem Schöpfer3 * * * * 8 vergleichen״. Propheten und Psalmisten ist es gelungen Gott mit antropomorphistischen Zügen auszustatten. Sie waren in der Lage die Gotteserkenntnis, die Lehre vom Wesen und Walten Gottes dem menschlichen Ohr und Auge zu veranschaulichen, mit Gleichnissen und Ausdrücken aus dem gewöhnlichen Leben dem Verständnis der Menschen näher zu bringen. Die Lehrer der Agada stehen in dieser Beziehung nicht tief 2) vgl. Gen. r. c. 27. 1. Eccl. r. 2, 24, ibld 8,1 wird der Satz im Namen des R. Simon gebracht: א״ר שמעון גדול בח הנביאים שהן מדמיו את הצורה ליוצרה, muss wohl א״ר [יהודה ברבי] שמעון gelesen werden, vgl. Midrasch Zatta p. 117. אם׳ ר יודן, Tanh. B. I. Pes. r. 61B, Tanh. Num. 6 חוקת. Num. r« 19,4, M Ps. 1,4, ed. Buber wird der Satz mit einigen Varianten im Namen des Hezekiah b. Hijja gelehrt אשריהם הנביאים שהן מדמין את הצורה ליוצרה ואת הנטיעה לנוטעה Arnos 8,8, Ez. 10,2, B. 84,12 כמה דא״א בי שמש ומגן ה, אלהים. 8) Der Name יוצר oder Schöpfer für Gott ist der rabbinischen Literatur geläufig, vgl. m. OldRabbinic Doctrine of God. p. 86, teilweise als ,יוצר עולמים יוצר המאורות ,יוצר בראשית u. a. M. Beliebt ist die Parabel vom Töpfer, Künstler, Schöpfer um vas Verhältnis des himmlischen Schöpfers zum irdischen Geschöpf auszumalen. Philo warnt schon davor das Geschöpf nicht höher zu werten als den Künstler. Die stoische Frömmigkeit erkannte Gott aus seinem Werke. Der Künstler ist die schaffende Ursache eines Kunstwerks, der Baumeister der Schöpfer eines schönen Hauses, das fahrende Schiff deutet auf einen Steuermann hin, so die Welt auf einen Schöpfer, die Natur aut einen Leiter und Erhalter, d. h. Gott, vgl. Marmorstein, Jeshurun 7, 1920 p. 98 f und Jewish Forum 1924 January, p. 18 f.

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