Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 616 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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616 Zur Erkläruug usw. verkürzt statt קשירות von ,קשור, nachbiblisch קסוה Sanh. 9,6. Die Einschiebung und Weglassung des ו erklärt sich aus dessen halbkonsonantischem Charakter. Es ist bekanntlich (im Gegensatz zu dem aspirierten נ, das dem deutschen w entspricht) wie das arabische 3, das archaistische griechische Digamma und das englische w in well auszusprechen. Vgl. aVjp, urspr. aF7jp, hebr. אויר. Hieraus ergibt sich leicht, was mit נשתוה gemeint ist. ,שאד bedeutet eigentlich wie seine Synonyma שמם und הרב: wüst, verwüstet, zerstört sein — von Ortschaften und Gegenden, — von Menschen und personifizierten Sachen z. B. Jer. 2,12 שמו שמים - ״ חרבו, Ps. 143,4 בתוכי ישתומם לבי, Koh. 7,16 ״Klügle nicht allzuviel“, ״ למה תשימםwarum willst du verrückt werden?״ und das talmudische אשתומם כשעה חרא etc. Nicht anders verhält es sich mit שאה. Auch im Aram , wo א geradezu in ו übergegangen ist, hat es diese Bedeutung. So T. J. für תתמהו תמהו Hab. 1,5 ״ אתרפו ושוהוSeid erschüttert und staunt“, für 5 והיית משגע. M. 28. 34 ותהין משתוין und für שגעון das. v. 28 שויותא Tollheit. Dieselbe Wahrnehmung machen wir bei תמה, das nicht nur staun|en, sondern auch ganz ausser sich geraten, toll werden bedeutet, wie 5 תמהון לבב. M. 28,28 beweist, das T. 0. durch שעממות wiedergibt. Demnach sind unsere Verse folgendermassen zu übersetzen: ״Wie eine aufregende Traufe an einem Tage der Regenfulle ״ist ein zänkisches Weib, das toll geworden ist; wer es birgt, ״hat den Wind geborgen, und seine Rechte ruft nach Oel. ״Wer es birgt“, ins Innere des Hauses zieht und drängt, damit die Nachbarschaft das Toben und Keifen nicht höre, der erreicht damit genau dasselbe wie einer, der den Wind durch offene Fenster und Türen in seine Wohnräume einlässt; gleichwie dieser eingeschlossen noch mehr als draussen tobt und heult und nach Ausgängen sucht, so wird auch die rasende Streitsüchtige mit den ihr zu Gebot stehenden Mitteln, mit Mund und Fingernägeln, sich von der sie zurückführenden, umklammernden rechten Hand zu befreien suchen und diese ״ruft nach Oel“ — zur Heilung der Bisse und Kratzwunden. Dass man sich des Oeles zur Wundbehandlung bediente, lehren uns Stellen wie Jes. 1, 5, Schabb. 14, 4 und Tos. ed. Z. 127,13.