Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 609 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Vom Tier und seiner Wertung usw. 609 Gerechte fühlt das Leiden der Armen“, Gott weiss vonT Hunde, dass er zu wenig Nahrung bekommt, deshalb lässt er die Nahrung in seinen Eingeweiden drei Tage verharren1). Das verächtlichste Tier, als das wir den Hund in der Vorstellung des Talmud erkannt haben, ist doch das arme, das unterdrückte, dessen nun 1צדיקו של עולם) wie dies צדיק in einer Parallelstelle umschrieben wird, auf Grund Seines Gerechtigkeitsgefühls in besonderer Fürsorge gedenkt. Der Hiobvers (35.11)מלפנו מבהמות ארץ ומעוף השמים יחכמגו wird in dem Sinne genommen. ״Er belehrt uns durch die Tiere der Erde und durch die Vögel des Himmels macht er uns weise“! Wäre Israel nicht die Thora gegeben, so würden wir צניעות von der Katze lernen, das Verbot der Eigentumsverletzung von der Ameise, das des Ehebruches von der Taube, das rechte Benehmen im Verhalten zum Weibe von dem Hahn2). Aber diese Belehrung gilt für den Talmud in noch höherem Maasse inbezug auf das Verhalten, das Gott selbst כביכל den Tieren gegenüber übt. So hat der Talmud abgesehen von den halachischen Bestimmungen noch viele ethische Sätze über die Behandlung des Tieres, über die Fürsorge, die der Mensch ihm schuldet. Ebenso, wie er die aus der Thora bekannten Gesetze: Ex. 22,30; 23,4; 23,19; Lev. 17, 13 f; 22,24; 22,28; Dt. 5,14; 22,6 (wie zumeist auch die Kommentatoren nach dem Schriftsinn) als Bestimmungen auffasst, die durch die Einfiössung von Achtung vor dem Tier und durch die Erweckung von Mitleid und Liebe zu ihm die Seele des Menschen läutern sollen. Das ist schon oft hervorgehoben worden und braucht darum hier nicht weiter ausgeführt zu werden. Ebenso bedürfte die Schilderung all des Zarten und Sinnigen, das uns in den Allgemeinbegriff צער בעלי דדים dem Verbot, dem Tiere einen Schmerz zuzufügen, entgegentritt, einer besonderen Darstellung. Vieles wäre noch zu sagen über die feinen Beobachtungen des Tierlebens, wie sie uns im Talmud und Midrasch entgegenauf den einfachen Schriftsinn zu verweisen, בו bezieht sich auf הים V. 25 ״der Leviathan, den Du geschallen, sich darin zu tummeln“. 9 Sabbath 155 b. 2) Erubin 100 b.