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Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 605

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Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 605 (sequence 23)
Language
German
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Vom Tier und seiner Wertung usw. 605 toten Hund!“ sagt David zu Saul1), um nur eine der vielen Stellen zu nennen. Er frisst, was er von sich gegeben, noch einmal: (2 ככלב שב על קייאו, unheimliche und ekelerregende Tiere, wenn sie das Blut der erschlagenen Menschen lecken und die Leichen fressen 3). Und wie in der Bibel, so nicht minder im Talmud. Das Wort Hund gilt als Schimpfname 4). Die Frechheit der Hunde ist sprichwörtlich 5), bedenklich ihre unzüchtige Art6), wie ja auch wohl für das biblische Verbot ״Du sollst nicht Buhlerlohn und das, was du für den Verkauf eines Hundes gelöst hast, in das Haus des Ewigen... bringen7 ״), diese Art des Hundes bestimmend war8). Durch diese Einschätzung der Wesensart des Hundes, die an sich der Wirklichkeit des halb wild lebenden und dem Menschen entfremdeten Tieres entsprach, war eine Schranke aufgerichtet, die fast nie durchbrochen wurde. Die Klugheit und Treue, die in allen Arten unserer Hunde sich finden und bis äu den Wundern der Tierseele bei den Bernhardinern sich steigern, blieb dah8r auch jener Zeit im allgemeinen unbekannt. Sie fehlt nicht ganz. Im Jeruschalmi (Terumoth VIII, 6 ed. Kr. 46 a) und in der Psikta des R. Kahana (79 b), also in verhältnismässig alten Quellen wird folgende Geschichte berichtet: Hirten hatten Milch gemolken, da kam eine Schlange und genoss davon. Als der Hund sah, dass sie sich zum Essen niederliessen, flog er zu bellen an, aber sie verstanden es nicht, da stand er auf und frass davon und starb. Da begruben sie ihn und errichteten ihm ein Denkmal und noch heute wird es נפשא דכלבא genannt. Aber bezeichnend ist, dass selbst diese Geschichte mit den Worten eingeleitet wird: ברצות ה׳ דרכי, איש גם א ו י ב מ ישלים אתו ח מאיר אימר זה הכלב. Der Hund ist also ein Feind. In der Tat wird der Hund überwiegend zu Vergleichungen mit Schlechtem herangezogen. Das verschiedentlich begründete Verbot einen Hund zu halten ist bekannt, und die Abneigung hat ף I Sam. 24,14. 2) Spr. 26,11. 3) I Köd. 14,1121,19;׳, Ps. 68, 24 u. o. 4) Ruth R. zu 3, 4. ף Beza 25 b. 6) Baba m. 71a. 7) Dt. 28,19. 8) Kommentatoren freilich anders.

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