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Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 601

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 601 (sequence 19)
Language
German
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Vom Tier und seiner Wertung usw. 601 dafür beizubringen, dass die Lebewesen um des Menschen geschaffen. Die Stelle Gen. 1,26 und 1,28 von der Herrrschaft des Menschen über die Tierwelt, die allen Ernstes auch wieder als Angriff gegen die Stellung des Judentums zum Tier willen genommen worden ist, drückt viel mehr einen Segen aus als einen Befehl. Nicht ihr sollt herrschen, sondern ihr werdet herrschen. Dass das Tier dort, wo es unter die Herrschaft des Menschen tritt, sich vervollkommt, ist bekannt. Die Ausrottung der Tiere, wie sie heute noch nicht einmal so durch das Fortschreiten der Kultur als durch Bedürfnisse des Luxus und rein vergntigungsgemässe Jagd hervorgerufen wird (wie schon im römischen Altertum zu einer einzigen Veranstaltung von Zirkusspielen tausende von wilden Tieren der höchsten Ordnung gefangen wurden), ist sicherlich nicht im Sinne der Bibel. Umgekehrt könnte man aus den liebevollen Schilderungen des Psalm 104 ברכי נפשי und den Beden Gottes am Schlüsse des Buches Hiob, Kap. 38 u. 39, die Meinung herauslesen, dass jedes Tier seine eigene Umwelt besitzt, dessen Mittelpunkt es ist, unabhängig von dem Nutzen, den es etwa für den Menschen zu haben pflegt. Bei den mittelalterlichen Exegeten und Religionsphilosophen haben wir über die Frage, ob die Tiere um ihrer selbst willen geschaffen oder nur um des Menschen willen, verschiedene Anschauungen. Die Tatsache, dass eine so grosse־ Anzahl von Arten gar nicht in Beziehungen zum Menschen treten, lässt es ja an sich als unmöglich erscheinen, dass die Tierwelt nur um des Nutzens des Menschen willen vorhanden ist. Vom höchsten Sinne des Gedankens aus, dass der letzte Zweck der Welt nur die vollendetsten unter den Menschen sind, wird freilich auch die entgegengesetzte Ansicht verständlich. Wie es der Midrasch ausdrückt: Die ganze Welt ist nur um meines Sohnes Chanina wil en erschaffen, und mein Sohn Chanina begnügt sich mit einem Mass Johannisbrot von einem Sabbath zum anderen. Darum wird die Anschauung iin Talmud vertreten: בי זה בל האדם כל העולם כלו לא נברא אלא בשביל זי׳. Die ganze Welt ist nur um des Menschen willen erschaffen. Aber diese Ansicht ist kontrovers. Sie wird von R. Eleasar

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