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Jeschurun · 1927-09-01 · Heft 9-10 (September 1927) · p. Seite 582

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 9-10 (September 1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 582 (sequence 134)
Language
German
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682* Jung-Judentum verwandelt sieht, dass er erklärt: ״Mein Sohn ist beim Rebben gewesen!״ Diese Heerschau scheint uns der lebendige Ausdruck jener beiden Hauptgrundlagen und Hauptziele des Esra zu sein. Aber — nur סעם אחת בשנה. Die Arbeit für den Band bleibt das Sekundäre. Die Anklagen beziehen sich aber auf die Arbeit in den Gruppen. Alles und Jedes wird moniert. Mangel an Führern im Verhältnis zur grossen Zahl der Mitglieder, fehlende Einsicht in das Innenleben der Esräer, Mangel an Problemstellung, sexuelle Not, alles und jedes. So verfallen denn einige in den grossen Fehler der europäischen Welt, und rufen nach ״Methoden“, ״Prinzipien“. Ein Gegensatz hat sich besonders scharf herausgehoben und beansprucht alle übrigen Gegensätze zu erfassen: extensive oder intensive Arbeit, Milieu oder Individuum. Praktischer gesprochen: Ist der Esra berechtigt, eine grosse Zahl seiner Anhänger abzustossen, um mit Wenigen recht fruchtbringende Arbeit zu leisten oder hat er seine wesentliche Aufgabe in der Heranziehung möglichst vieler junger Menschen und in ihrer (soweit nur irgendwie erreichbaren) jüdischen Durchbildung zu sehen? Wenn nun der Bundestag den Vorschlag seines lange bewährten bisherigen Bundesleiters Louis Levinger akzeptierte und die Entscheidung den einzelnen Gruppen überliess, so hat er damit den Bestand des Bundes gerettet, ist aber an der Beleuchtung und Lösung des Problems vorbeigegangen. Und das ist recht bedauerlich. Uns scheint, dass ״Prinzipien“ und ״Methoden״ vom Weg der natürlichen Jugend abfuhren. Noch mehr: sie führen vom Judentum ab. Dies wagen wir zu sagen, weil Jugendbewegung und Judentum aus einer Quelle das Wasser des Lebens und Wirkens schöpfen, wofern eine Jugendbewegung jüdisch leben will. Solange Judentum naivnatürlich aus dem Quell der יראה seine Kräfte schöpft, nur das tun will, was zu tun aufgegeben und nur das aufgegeben sieht, was zu tun ist, solange ist es jung d. h. kann es tun. Und nur jene Jugend, die alles neu und immer wieder neu von der Warte der Tat, der Jir’a-Tat aus erschaut, zum Sammeln bläst und zum Kampfe führt, von jener Warte allein, die das Gegensätzliehe der Theorien und Wollungen nicht erspähen mag, — nur diese Jugend ist jüdisch, jüdisch-wirkend. Was sie erschaut, ist

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