Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- Seite 581 (sequence 133)
- Language
- German
- Belongs to
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J ung-Judentum £81 Grunderfolg zu buchen, wenn er sieb bewusst von der Arbeit um das ״Wie“ abgekehrt und der Arbeit für Thora und Jir’a schlechthin, in welcher Form auch immer sein Interesse geweiht hat. Aber hier setzt schon das Krisenhafte ein, das in den Führer״ schaftsblättern ebenso wie auf dem letzten Bundestag zum Ausdruck kam. Dem unvoreingenommenen Beobachter schien es, als ob die Krise des Bundes im Arbeitsmangel, aber nicht in Arbeitsfehlem zu suchen, demgemäss nach Mitteln zu forschen wäre, die Esra-Intensität zu heben. Doch wenn man zum Tammusheft der Führerschaftsblätter greift, so hört man u. a. folgendes: מEines ist allmählich klar geworden: Dass es weltanschauliche Bindungen tiefster Art sind, die den Esra heute Zusammenhalten und vor allem auch diejenigen ״Aelteren“ an den Bund ketten, die nicht ertragen können, dass sich der Esra auflöst wie irgend ein Verein״. (Isi Grünfeld). ״Der zukünftige Esra wird nur ein Bruchteil des jetzigen ausmachen. Sei’s drum: die Operation ist schmerzlich, aber sie kann den Esra retten“ (Felix Munk). Warum dort dieses Sich- Aufraffen, hier dieses unbedingte Bessermachen-Wollen? Hören wir noch eine Stimme; ״Ist die neue Mode, dem Esra dauernd den Puls zu fühlen, nicht ein Zeichen von Hypochondrie“? (A. M.) Eigenartig. Es ging bisher immer so: Vor einem Bundestag pflegte der Pessimismus seinen Höhepunkt zu erreichen. Kam man dann nach Hause, so sah man alles rosiger an und allenthalben blühte neues Leben aus den Ruinen schlummernder Arbeit. Vielleicht bestand ob dieser schadhaften Gesetzmässigkeit diesmal bei vielen Führern Gegnerschaft gegen einen allgemeinen, begeisterungsflüchtigen Bundestag. Aber der einmütige Widerstand der Jüngeren — s. auch das erwähnte Heft — zeugte für den unerschütterlichen Wert dieser Institution. Dies Sich-Wiedersehen und Freundschaftschliessen, dies Geeintsein unter einem Banner, durch den Willen zum ganzen Judesein, dies Singen und Beten eines kleinen Volkes, dies Lernen und Streiten, dies Jungsein der Alten und Reifwerden der Jungen trägt seinen Wert in sich, mag auch der Erfolg des Bundestags für das kommende Arbeitsjahr nur bedingt sein. Es genügt u. E. bezüglich der ZukunftsWirkung, wenn ein Vater nach der Heimkehr seines Sohnes vom Bundestag ihn so ins Jüdisch-Bessere