Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- Seite 573 (sequence 125)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Sehächtfrage usw. 573 gedeutet werden, und weiterhin kann in der Anwendung der rituellen Schlachtmethode eine Tierquälerei nicht erblickt werden.״ Damit dürfte zugleich auch die Legende von der Wunderkraft der Wirbelschlagadern erledigt sein. * So sprechen die berufenen Vertreter der einschlägigen Fachwissenschaft eine eindeutige Sprache. Und trotz all dieser neuen physiologischen Ergebnisse ist vorauszusehen, dass viele Schächtgegner, Schlachthofdirektoren und sonstige Tierärzte1) sich nicht zufrieden geben werden. Wer mit selbständiger Kritik die gesammelten Aeusserungen der Schächtgegner liest, wird oft schon an der Form erkennen, dass manche unter ihnen sind, die nicht objektiv sein wollen, und viele, die es nicht mehr können. So bedauerlich diese Einstellung ist, man könnte an ihr schweigend vorübergehen, wenn diese Gegner sich nicht anmassen würden, auf Grund der Praxis des Schlachthofes die allein kompetenten Personen zu sein, während sie ihre eigenen Lehrer auf dem fraglichem Gebiete, die Physiologen von Fach, als ״Theoretiker״ ״Katheder״- und ״Stubengelehrte״, bezeichnen. Soll diese Anmassung auf uns Eindruck machen? Es ergibt sich doch wohl von selbst, dass in einer so schwierigen Frage wie der des Tier-Bewusstseins nicht die Schlachthofdirektoren trotz ihrer Beobachtungen auf dem Schlachthofe, trotz ihrer Teilnahme an physiologischen Vorlesungen und ihrer Examina, auf die Klein2) mit Stolz hin weist, kompetent sind. Denn die Hochschule kann doch naturgemäss nur die Grundsätze der Physiologie übermitteln, und auch diese werden, wenn nicht dauernd auf dem Gebiete gearbeitet wird, gar häufig in kurzer Zeit über Bord geworfen. Erfahrungen bei Tierärzten werden das wohl ebenso lehren wie bei Medizinern. So stösst man bei Aerzten gar nicht selten auf ״laienhafte Auffassungen״ in Spezialfragen3), und niemand denkt daran, die auf dem 1) Klein, L.-V. Nr. 17 p. 94ff. 2) Klein, L.-Y. Nr. 15. 8J Klein selbst ist ein typisches Beispiel hierfür. Obwohl er doch