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Jeschurun · 1927-09-01 · Heft 9-10 (September 1927) · p. Seite 574

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 9-10 (September 1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 574 (sequence 126)
Language
German
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574 Die Schächtfrage usw. Wege einer Enquete festzustellende Auffassung der. praktischen Aerzte als massgebliche Richtschnur zu betrachten, will man sich etwa über die Entstehung des Krebses oder das Wesen der Immunität oder gar die Gehimphysiologie unterrichten. Gewiss kann nicht beabsichtigt sein, die Praktiker völlig auszuschalten. Es ist durchaus erforderlich, dass sie ihre Beobachtungen als wesentliches Material für die Wissenschaft zur Verfügung stellen. Aber die eigentliche Entscheidung Wissenschaftlicher Streitfragen kann nur vor dem Forum der Männer vom Fach erfolgen. Und für die vorliegende physi- «logische Spezialfrage ist allein das Urteil der Physiologen kompetent, die auf Grund ihrer besonderen jahrelangen speziellen Vorbildung, auf Grund ihrer dauernden Arbeit auf den einschlägigen Fachgebieten die hervorragende Stellung errungen haben, die sie im Staat und in den Augen der Welt als berufene Vertreter der Wissenschaft einnehmen. Die berufene Wissenschaft hat ihr Votum abgegeben. Das dürfte die erdrückende Fülle der soeben dargelegten wissenscbaftlichen Ergebnisse auch dem Laien demonstriert haben. Wenn es aber wissenschaftlich feststeht, dass die Betäubung des Tieres durch das Schächten sofort oder höchstens innerhalb weniger Sekunden erfolgt, so kann von ״Tierquälerei“ keine Rede mehr sein. Im Gegenteil steht das Schächten als Betäubungsmittel zu mindest ebenbürtig neben den modernen Betäubungsmöglichkeiten, und ein Gesetz, das Betäubung vor dem Tode verlangt, muss auch das Schächten als geeignete Betäubungsmethode anerkennen. sicher seine Fachkollegen an Beschäftigung mit physiologischen Fragen überragt, hat er sich noeh im Jahre 1914 bei seiner Argnmentation an den Homhautreflex geklammert, wo doch damals allgemein anerkannt war, dass dieser kein Zeichen des Bewusstseins darstellt. Kleins von ihm selbst betonte ObjektivitSt hat ihn indes bis heute trotz verschiedentlicher Publikationen auf dem Qebiet nicht veranlasst, seinen Irrtum zu bekennen. Es wird mit• geteilt, dass er noch vor kurzem die Hervorhebung dieser ״ Beweisführung* bei einer Vorführung vor Laien zagelassen hat.

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