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Jeschurun · 1927-09-01 · Heft 9-10 (September 1927) · p. Seite 572

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 9-10 (September 1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 572 (sequence 124)
Language
German
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572 Die Schacht frage usw. ihres Grosshirns beraubte Katze war noch im Stande, eine in unmittelbarer Nähe ihrer Schnauze aufgestellte Schüssel mit Milch zu riechen, aufzufinden und leer zu lecken. So ergibt es sich denn von selbst, dass ein geschachtetes Tier im Stadium der Bewusstlosigkeit Futter, das man ihm an das Maul hält, nehmen und kauen kann. Dass das Tier es tut, ist gradezu ein Beweis dafür, dass es keine Schmerzen empfindet. ״Ein schmerzgequältes Tier frisst nicht“ (Bethe) 1). Ebenso braucht nach alledem niemand an der Wissenschaft irre zu werden, wenn einmal unter tausenden und abertausenden Fällen ein bewusstloses Rind nach dem Schächten sich erhob und im Schritt in den Nebenraum des Schlachtraumes marschierte, oder wirklich ein ungefesselter bewusstloser Hammel nach einem unkontrollierten Schlachtschnitt noch 11 Meter gegangen sein sollte. Einen dritten einwandfreien Beweis dafür, dass die ״geordneten“ Bewegungen dieser Phase keine ״Bewusstseinszeichen“ sind, haben die neuesten Versuche Bongerts2) erbracht. Prof. Bongert unterband in Gemeinschaft mit Privatdozent Dr. Hock, Dr. Muchlinsky und Dr. Schellner bei Kälbern vor dem Schächtschnitt die Wirbelschlagadern, sodass nach dem Schächtschnitt keinerlei Blut mehr zum Gehirn gelangen konnte. Die Tiere waren also absolut sicher bewusstlos und ohne jede Schmerzempfindung. Trotzdem konnte er beobachten, wie die nach dem Schächtschnitt losgelassenen Kälber sich aufzurichten versuchten. Sie zeigten ״koordinierte Beinbewegungen, Abwehrbewegungen, Heben des Kopfes und Schwanzes, Cornealreflex (Hornhautreflex) und selbst Abschlucken vorgehaltener Mehltränke.“ ״Somit können auch nicht länger mehr diebeiordnungsmässiggeschächteten Tieren gelegentlich zur Beobachtung gelangenden A b w e h r b e w e gu n g e n als Ausdruck desBewusstseins und derSchmerzempfindung *) Bethe, L.-Y. Nr. 3 p. 9.?) Bongert, L.-Y. Nr. 5

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