Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- Seite 559 (sequence 111)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Schächtfrage usw. 559 Sätzen und somit durch verschiedene Schnitte erfolgende Durchschneiden des Halses durch einen Schlächtergesellen nicht mit dem raschen, so gut wie schmerzlosen, rituellen Schächtschnitt (von uns gesperrt) identifiziert werden kann“. Desgleichen sagt der Physiologe Prof. Cr em er-Berlin1) auf Grund seiner Beobachtungen auf dem Schlachthofe, *dass der mit grossem Messer in grosser Geschwindigkeit vorgenommene Schächtschnitt als solcher, soweit man es nach der Reaktion des Tieres beurteilen kann, kaum mit Schmerzen verbunden ist“. Nach alledem entfällt jede Berechtigung für die Behauptung, dass der Schächtschnitt als solcher eine Tierquälerei darstelle. III. Ruhestadium. Auf den Schnitt selbst folgt im Moment Bewusstlosigkeit ■des Tieres. Während das Blut aus den durchschnittenen Schlagadern herausschiesst, liegt das Tier unbeweglich da und reagiert auf keine Reize. Nicht nur das Bewusstsein — der ganze zentrale Nervenapparat ist gestört. In dieser Zwischenzeit2 *) ist nicht einmal der Hornhautreffex auszulösen, dessen Bedeutung im folgenden noch gestreift werden soll. Die Dauer dieser Ruhephase beträgt bis zu 20 Sekunden (nach Hoffmann)*). Die plötzlich einsetzende Bewusstlosigkeit hat nach den Forschungen von Lieben4) eine doppelte Ursache. Erstens ist es die im Gehirn entstehende Blutleere, deren sofortigen Eintritt Lieben durch direkte Blutdruckmessung in den zum Gehirn führenden Schlagadern experimentell nachweisen konnte. Wir wissen ja aus der Erfahrung beim kranken und gesunden Menschen, dass die schlechte Versorgung des Gehirns mit Blut zu Ohnmächten und Bewusstlosigkeit führt. Als ein weiteres ursächliches Moment für die plötzlich auftretende *) Crem er, L-V. Nr. 6. 2) Vgl. Seite 666 u. S. 670. a) Hoffmann, L.-V. 13 p. 118. 4) Lieben, L. V. Nr. 19.