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Jeschurun · 1927-09-01 · Heft 9-10 (September 1927) · p. Seite 555

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 9-10 (September 1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 555 (sequence 107)
Language
German
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Die Schächtfrage usw. 555 Nach dieser Vorbemerkung sei vom physiologischen Standpunkt die Frage erörtert, ob sich bei den einzelnen Phasen des Schäcktaktes Tierquälerei nachweisen lasse. Der Uebersicht wegen seien die einzelnen Phasen getrennt aufgeführt, wenn auch in praxi nicht immer eine jede Phase ausgeprägt erkenntlich ist. Man kann 4 Phasen unterscheiden: I. Vorbereitungsstadium. II. Halsschnitt. III. Ruhestadium. IV. Stadium der reflektorischen Bewegungen. I. Vorbereitungsstadium.; Auf die erste Phase legen die Schächtgegner besonderen Wert. Da ist davon die Rede, wie die in den Schlachtraum hineingeführten Tiere im Anblick ihrer toten Genossen und in der Witterung des Blutgeruches von Todesangst erfüllt werden. Ebenso werden die Erregungen, die beim Niederlegen des Tieres auftreten, als Todesangst und somit als Tierquälerei gedeutet. Wie wenig diese subjektiven Projektionen eigener Gefühle des den Tod des Tieres vorausschauenden Beobachters auf die Psyche des unwissenden Schlachttieres selbst berechtigt sind, ist aus einem Versuch von Prof. D ammann-Hannover1} ersichtlich, der im dortigen Schlachthause nach der Schlachtung von 70 Rindern durch Augenleder geschützte Ochsen und Bullen hereinführen liess. Diese blieben trotz der grossen Blutlachen über eine Viertel Stunde ruhig dastehen, ״ohne dass sie auch nur die geringste Spur von Unbehagen oder Aufregung dokumentierte n“. Genau dasselbe konnte er auch anderwärts wahmehmen, ״wenn sogar der Anblick der geschlachteten Stücke, ja auch das Schlachten selbst unbenommen war“. ״Gewiss wird man einräumen dürfen, dass manche Tiere beim Werfen in Erregung geraten und wenn sie gefesselt daliegen, sträubende Bewegungen ausführen, wie man 1) Dammann L.-V. Nr. 7 p. 28ff.

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