Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- Seite 513 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Mentioned entities
- Job 3× ep/1005326
- Rashi 2× ep/1002670
OCR text
Randglossen 513 sammenhang der Gemara nicht gerecht, gewiss nicht den Worten, אין מזכירין מעשה נסים. דאי לא תימא הכי. . . מי קא חיי. Gerade nach Tossaphoth hätte Ijob doch am Lehen bleiben können, auch ohne dass ein Wunder geschehen wäre. Indessen bedarf es m. E. dieser Erklärung gar nicht. Gerade das, wovon Tossaphoth ausgehen, schien auch Raschi schwierig. Was Raschi sagt, besteht vollkommen zurecht, wenn wir nur den angeführten Schriftvers genau lesen. Einmal beginnt der betreffende Satz: ״ יסבו עלי רביוes umringen mich meine Schützen“, was schon von vomeherein wahrscheinlich macht, dass Ijob danach tötliche Krankheiten nennt. Ausschlaggebend ist indessen das Folgende: Nicht die Worte יפלח כליותי beweisen, dass hier eine לקותא gemeint ist, die trepha ist, als vielmehr die Schlussworte des Verses: ולא יחמול. Vielleicht meint das auch Raschi, wenn er sagt: היינו לקותא וטרפה, sodass das Wort לקותא sich auf das יפלח bezieht, während וטרפה die Worte ולא יחמל im Auge hat: ״das ist eine לקותא und zwar eine solche, die trepha ist“. Hätte Raschi nur sagen wollen, dass לקותא in unserem Falle טרפה ist, so wäre wirklich nicht verständlich, wozu es seines Kommentars bedurfte. Und dass er ganz Chullin 55 b vergessen haben sollte, kann man doch wahrlich nicht glauben. Aber auch selbst zugegeben, dass Raschi nur sagen will, יפלח sei gleichbedeutend mit לקותא und darum trepha, so verliert deshalb die Auffassung nicht an Wahrscheinlichkeit, dass Raschi aus den Worten ולא יחמל geschlossen hat, es handle sich hier um eine solche לקותא, die trepha ist, auch wenn dies nicht ausdrücklich hervorgehoben wird. Noch ein anderes bedarf der Erörterung. Bekanntlich wird Baba bathralöa darüber gestritten, nicht nur wann, sondern ob Ijob gelebt habe. Ist nun,; so muss man fragen, auch nach der Ansicht jenes Talmudlehrers, der da meinte: איוב לא היה ולא נברא אלא משל היה die Berufung auf Ijob zulässig? Im ersten Augenblick könnte die Frage, verneint werden. Hoch bei tieferer Erwägung wird man erkennen: die wahre Dichtung und zumal die, die aus dem heiligen. Geiste geboren ist, ist nur ein Abbild des Lebens, kann also auch einen Ijob der Phantasie nicht anders reden lassen, als ein Ijob, der auf Erden geweilt hätte, gesprochen haben würde. 5