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Jeschurun · 1927-09-01 · Heft 9-10 (September 1927) · p. Seite 504

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 9-10 (September 1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 504 (sequence 56)
Language
German
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504 Randglossen Freude an der Arbeit finden, so wie der Herr selbst zuerst die Welt geschaffen und sich des Werkes seiner Hände gefreut hat, ehe er den Sabbat bereitete. Nunmehr ergibt sich de9 Aus׳ Spruches Sinn mit voller Deutlichkeit aus den angeführten Schriftversen. Grösser ist der, dessen Frömmigkeit sich vollendet in schöpferischer Arbeit, als der nur Fromme. Bei diesem heisst es nur einmal: ״Heil ihm“. Bei j6nem begnügt sich der Psalmist nicht mit jener Aussage, sondern ergänzt sie durch die Worte: ״Heil dir und wohl dir“. Ps. 128, 2 ידע כפיך וכד׳ ist im Sinne der Gemara eine Erläuterung zu אשרי כל ירא ד׳ und namentlich der Worte ההולך בדרכיו. Beide Psalmen sprechen von dem Gottesfürchtigen. Der 128. Psalm aber zeichnet das letzte Ideal des Frommen. Die Worte der Gemara ולגבי ירא שמים וטוב לך לא כתיב ביה wollen sagen, — die angeführten Schriftverse zeigen es jetzt deutlich — bei dem blossen ירא שמים des Ps. 112 steht nicht der Ausdruck וטוב לך. Eben bei dem ideal Frommen, den der Talmud hier im Anschluss an den in Betracht kommenden Psalmvers den נהנה מידע כפו nennt, ist er zu finden. Danach ist die höchste Forderung nicht nur ein ירא שמים, sondern auch ein נהנה מיגיע כפו zu sein. Im Sinne des Talmuds aber gibt es keinen wahrhaften נהנה וכר ohne יראת שמים. Auch hier gilt im übertragenen Sinne das Wort■ ״wer in der Welt etwas geniesst, ohne Gott zu preisen, der beraubt den Heiligen, der gepriesen sei“ (Berachoth 36 b, vgl. 36 a). Nicht unerwähnt bleibe, dass Midrasch Schocher tob (ed. Buber zu P8. 128, 2) nicht 112,1, sondern 128,1 bringt. Bei dieser Gelegenheit noch ein Wort über die bekannte Deutung, die Ps. 128,2 in Chullin 44 b findet: כל מי שקורא ושונה ורואה מרפה לעצמו ושימש ת״ח עליו הכתוב אומר יגיע כפיך כי תאכל. Auch dort wird der erste Vers des Psalms vorausgesetzt; ohne ihn ist jenes Talmudwort nicht denkbar. R. S. Edels, bezw. der, dessen Erklärung er mitteilt, wird aber a. a. O. offenbar durch die Schwierigkeit, dass das Wort כי תאכל eher zu dem stimmen würde, der das Gegenteil eines רואה מרפה לעצמו ist, zu einer Erklärung veranlasst, die dem Wortlaut der Gemara geradezu widerspricht. Indessen hat Raschi z. St. mit der Erklärung: דכיון על שלו אינו חומד כל שכן שאינו חומד בשל אחרים Bedenken von der Art, wie sie jener Erklärer hatte, im vorhinein zerstreut. Der geniesst, dies will er sagen, von niemandem angetastet, immer nur seiner ״Hände Werk“ und vergreift sich nie an

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