Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- Seite 503 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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Randglossen 503 Der Satz hat den Erklärern viele Schwierigkeiten bereitet, die ihn denn umzudeuten versucht haben. Wo aber, müssen wir fragen, findet sich die Grundlage dafür, dass jener Ausspruch nicht so zu nehmen ist, wie das der Wortlaut nahe legen muss? Dass die wörtliche Auslegung allem widerspricht, was uns die Gemara sonst lehrt, übrigens auch dem bekannten Worte ״ist denn die Furcht des Herrn eine so kleine Sache“? אטו יראת שמים מלתא זוטרתא היא (Berachoth 33 b), genügt doch allein noch nicht, um die Auffassung des R. Samuel Edels u. a. zu rechtfertigen. Auffallen muss nun aber nicht nur der Satz selbst, sondern auch die Begründung, die ihm gegeben wird. Wenn schon zwei Schriftverse herangezogen werden, deren einer von dem ירא את ד spricht, während der andere den נהנה מיגיע כפו nennt, dann hätte man erwarten müssen, dass für den letzten allerdings, so wie es geschieht, hingewiesen wird auf Ps. 128, 2, für den ersteren aber auf den Anfang des ohnehin herangezogenen Psalms, der doch bekanntermassen lautet: ההולך n אשרי כל ירא בדרכיו Warum hier in die Ferne schweifen, wo das Gute doch so nahe liegt? Wozu bedarf es erst des Hinweises auf אשרי איש ירא את ד׳ במצותיו חפץ מאד? Vielleicht ist die Lösung die, dass Ps. 112,1 und 128, 1 im Sinne der Gemara von zwei verschiedenen Stufen der Frömmigkeit sprechen. Es gibt Fromme, die an den göttlichen Geboten ״Wohlgefallen haben“, deren Frömmigkeit unbezweifelbar und unantastbar, deren Mangel es aber ist, dass sie untätig sind und in der Welt nichts leisten. Von ihnen redet Ps. 112, 1. Der erste Vers des Psalms 128 aber handelt von den Frommen, die in den Wegen Gottes selbst wandeln. Als solche können nur die angesehen werden, die nicht allein gottesfürchtig, sondern unermüdlich tätig sind und angeführt wird, S. 23 f. a. a. 0. über die Richtigstellung des Texts in Eben haeser des R. Elieser ben Nathan f. 79 c., Die Josephserzählung S. 99 f. über eine Angabe bei Jalkut und Sefer hajaschar, die aus dem Missverständnis von b. Joma 35 b entstanden ist und schliesslich Nochmals חכר עיר, Jhb. der Jüdisch-Liter. Gesellsch. 17. Jhg. 1926 Note 14 S. 252 f. über eine aus einem Missverständnis von B. Sota 38 b entstandene Textverderbnis in Num. r. Kap. 11.