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Jeschurun · 1927-09-01 · Heft 9-10 (September 1927) · p. Seite 476

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 9-10 (September 1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 476 (sequence 28)
Language
German
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476 Schöpfung und Natur sich aber in das Reich des Metaphysischen, und es ist hier nicht so schwer (wie in alle Fragen der Metaphysik) bei einem non liquet zu verharren und ohne innere Unwahrheit an den Lehren der Ueberlieferung festzuhalten. Schwieriger schon, wie erwähnt, bei gewissen Einzelfragen. Wenn wir heute noch die Veränderungen bei tektonischen Erdbeben feststellen können, die Verwerfungen und Faltungen, wenn wir so ein deutliches Bild gewinnen von den Aenderungen, die in der Erdbildung durch das Entstehen gewisser Schichten vor sich gegangen und in diesen Schichten sich bestimmte Fossilien vorfinden, so sind das empirisch festgestellte Tatsachen, und hier bleibt nichts übrig als in wissenschaftlich methodischer Forschung nachzuweisen, dass die Schlüsse, die aus ihnen gezogen werden, unrichtig sind. Es hilft nichts hier die Augen zu schliessen. Apologetik hat nur dann einen üblen Beigeschmack, wenn sie bewusstermassen auf eine Selbsttäuschung ausgeht. Auch der Forscher der Empirie geht deduktiv vor. Er hat oft intuitiv eine Idee gefunden und sucht ihre Wahrheit durch das induktiv gewonnene Material zu beweisen. Es tut dem Wahrheitsstreben keinen Abbruch, dass der Apologet mit einer bereits feststehenden Ueberzeugung an seine Untersuchungen herantritt, wenn er nur in der Methode seiner Forschung streng wissenschaftlich verfährt. Richtig ist, dass wissenschaftliche Theorien nicht ohne Weiteres immer als Hypothesen abgelehnt werden können, von denen darum, weil sie nur fraglichen Charakters sind, die religiöse Ueberzeugung nicht berührt werde. Sie wollen oft nur den Grad der Gewissheit beanspruchen, den ein grosses Maass von Wahrscheinlichkeit ihnen gibt. Das beliebte Aushilfsmittel, dass ununterbrochen eine Hypothese die andere ablöse, und das alles auf schwankendem Untergründe ruht, lässt sich in dieser # Allgemeinheit heute schwerlich ins Gefecht führen. Wenigstens nicht, wenn man nur den Intellekt bemüht. Hier ist es die Stärke des religiösen Innenlebens allein, die mit ihrer Wucht sich der Wirkung dieses Wahrscheinlichkeitsmoments auf das

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