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Jeschurun · 1927-09-01 · Heft 9-10 (September 1927) · p. Seite 475

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 9-10 (September 1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 475 (sequence 27)
Language
German
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Schöpfung und Natur 475 Reihe von Variationen. Wie steht hier der gläubige Mensch nahezu erdrückt von der Fülle der Gesichte, wie vermag er hier, wenn ihm nicht das Glück der eigenen Beobachtung zu Teil geworden, wenn er auch nur von diesen Dingen liest, tagtäglich neue Kraft zu schöpfen für die verlebendigte Erfassung der גבורות הבורא. Dass hier die Entwicklungslehre befruchtend gewirkt, wer will es bestreiten. Nur sind ihre Schlüsse auf das Nacheinander der Stufen naturphilosophisehen Charakters. Von Naturforschern selbst ist in grundlegenden Werken der Nachweis gebracht, wie wenig fundiert jene geradezu metaphysisch anmutende Lehre von der Entstehung aller Arten aus der Amöbe und gar rückwärts vom Kohlenstoff im glühenden Sonnenball ist. Eine Unterlassungssünde scheint uns vorzuliegen, wenn fach wissenschaftliche Kenner dieser Dinge unter unseren gesetzestreuen Juden diese unerschöpfliche Quelle religiöser Belehrung so wenig erschliessen. Es ist bedauerlich, dass wir von einem religiösen Juden kein Seitenstück zu Wilhelm Bölsches *Liebesieben in der Natur״ haben, diesem Riesenwerk, das durch die Vereinigung von dichterischem Schwung mit dem Reichtum der Schilderung der naturwissenschaftlichen Ergebnisse ein einziger Lobgesang auf die erhabene Giösse der Schöpfung wäre, wenn es nicht ganz im Banne der extremen darwinistischen Entwicklungslehren mit mechanistischem Einschläge stände. Ein einziges Beispiel ist von uns herausgehoben, aber es zeigt, wie wissenschaftliche Erkenntnis zum Erlebnis wird, das den Menschen oft geradezu überwältigt. Das geschieht wahrlich nicht im Widerstreit zu dem Göttlichen in uns. Und kein Spott und Hohn vermag dem, der an der Erfassung einer Wissenschaftliehen Wahrheit nicht nur mit dem Intellekt, sondern auch mit dem Gemüt herangeht, davon abhalten, vor sich zu bekennen; hier ist Wahrheit. Dass viele Vertreter der Wissenschaft nun über das sicher Erkannte hinausgehen und alles Teleologische ausschalten und auf Grund des *Sparsamkeitsprinzips״ alles aus einem Grunde erklären glauben zu müssen, ist bekannt. Hier begeben sie

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