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Jeschurun · 1927-09-01 · Heft 9-10 (September 1927) · p. Seite 472

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 9-10 (September 1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 472 (sequence 24)
Language
German
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472 Schöpfung und Natur heit zu durchbrechen. Nach Analogie dieser Auflösung—sie kann freilich in ihrer ganzen Bedeutung nur erfasst werden von einem gründlichen Kenner der Kantischen Philosophie und verweist uns auch, trotzdem sie von Grössten im Reiche der Denker viel gerühmt ward, auf einen gewissen Glauben — wäre auch die השגהה פרפדת zu erklären. Was von dem transcendenten Ich gelten soll, darf füglich von dem transcendenten Gott angenommen werden, dessen Transcendenz man ja wahrlich nicht räumlich zu nehmen braucht, auch wenn man ihn nicht mit dem ״Ding an sich״ der Erscheinungswelt identifiziert. Genug der Einwände! Festgestellt musste werden, dass Vf. den zweiten in unseren Vorbemerkungen geschilderten Weg mit völliger Absicht verwirft und dass er auch auf dem ersten Weg nur eine kleine Strecke führt. Der Nachweis, dass Religion und Wissenschaft von einander abzugrenzen sind, hat er eigentlich nur von einem Punkte aus geführt, sodass das Ganze uns nur als ununterbrochene Variierung eines einzigen Gedankens erscheint. Das soll wahrlich keine Bemängelung sein. Wenn man genauer hinsieht, ist oft aus den umfangreichsten Dar- Stellungen philosophischer Systeme nicht mehr herauszuschälen. Es soll ebensowenig als Tadel ausgesprochen werden, dass dieser Grundgedanke im Wesentlichen in Kants Kritik der reinen Vernunft enthalten, in der Entgegenstellung von Erscheinungsweit und Ding an sich, und dem des Seins nnd Sollens, worauf übrigens Vf. im Vorwort selbst verweist. Hat auch die Religions- Philosophie der positiven Bekenntnisse diesen Versuch schon oft gemacht und wird man seit Kant diese Methode nur abwandeln können aber immer zu ihr zurückzugehen sich gezwungen sehen, so bleibt doch die Kunst zu rühmen, mit der hier Gedanken Samson Raphael Hirschs, die wiederum nur der Ausdruck echt jüdischen Glaubens sind, mit Grundgedanken der kritischen Philosophie zu einer höheren Einheit verschmolzen werden. Zu rühmen auch die Klarheit, mit der der eine Gedanke festgehalten wird und zur Beleuchtung der mannigfachsten Bibel- und Midraschworte verwandt wird. Man kann, wenn man von den Aus- Stellungen absieht, vom Standpunkt der אמונה aus sich alles zu

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