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Jeschurun · 1927-09-01 · Heft 9-10 (September 1927) · p. Seite 470

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 9-10 (September 1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 470 (sequence 22)
Language
German
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470 Schöpfung und Natur nicht mit solcher Glut empfunden und mit solcher Tiefe behandelt wird. Wie hat es unsere Propheten, den Sänger der Psalmen, den Schöpfer des Buches Hiob bis in die tiefste Tiefe aufgewühlt. Der Vf. braucht wahrlich im Rahmen seiner Schrift nicht auf alle Probleme einzugehen oder gar sich an eine Lösung der bis heute unlösbar gebliebenen zu wagen. Aber was soll der, dem die hier anstürmenden Fragen zum Erlebnis geworden, dazu sagen, wenn er darüber nichts anderes liest als: ״Mängel in der Natur? Unzulänglichkeiten in der Natur? Vernichtende Ausbrüche in der Natur? Kampf aller gegen alle in der Natur? Furchtbare Leiden in der Natur? Wen nimmt es wunder! Hinter der Welt als Natur steht die Welt der Schöpfung und harrt ihrer Organisierung als Gottes Reich nach der Verfassung der Thora. Wenn der Mensch, der erkorene Organisator der Welt als Schöpfung, Anarchie in ihr hat einreissen lassen, Gottes Schöpfungsbefehle unerfüllt lässt und dadurch die Schöpfung hemmt, kann er sich beklagen, dass die Erscheinungsform der Welt als Schöpfung, dass die Welt als Natur ein ähnliches Bild ihm bietet?“ — Das sind Worte, schöne Worte, auch — vor allem wenn man sie in den Zusammenhang des Ganzen stellt, — gute Gedanken, aber in Wahrheit Steine für Brot und es kommt über einen wie ein Aufbäumen Hiobs gegen seine Freunde, wenn man das als der Weisheit letzten Schluss nehmen soll. Erhebt aber nicht der Zusammenklang des Ganzen, der deutlich genug auch durch das von uns Mitgeteilte tönt, Einspruch gegen einen solchen Vorwurf? Nur scheinbar! Nachdrücklich sei darauf verwiesen, dass wir nicht im Entferntesten daran denken, dem Vf. die Wärme religiösen Empfindens abzusprechen. Aber für .die Tiefe des Empfindens dessen, den gerade seine ״religio“ im Innersten erbeben lässt, weil er sich vor Abgründen sieht, hat er scheinbar kein Organ. Er will doch überzeugen, aber seine Auseinandersetzungen über Wesen und Bedeutung der Offenbarung als eines unumstösslich feststehenden geschichtlichen Ereignisses erinnert an die Rolle, die dieser Gedanke als das Rückgrat der Beweisführung im Kusari spielt. Schon begabte Kinder fragen heutzutage, wenn man mit

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