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Jeschurun · 1927-09-01 · Heft 9-10 (September 1927) · p. Seite 452

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 9-10 (September 1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 452 (sequence 4)
Language
German
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452 Schöpfung* uni Natur wenig wir von der Annahme des Kausalgesetzes als eines Axioms abgehen können, so sehr wir auch Kants Ding an sich eine gewisse Uebereinstimmung mit der Erscheinungsweit zusprechen werden, so sehr ist doch Kaum geschaffen, eine Welt des Geschehens ausserhalb dieser uns sichtbaren Weit anzunehmen, in der die Allmacht Gottes schaltet und waltet. Vom Gedanken der Zwecksetzung aus: Alle unendliche Mannigfaltigkeit der Wesen und Formen, alle Entwickelung vom Niederen zum Höheren, der Aufstieg des Primitiven zu immer mehr Vollendetem und Höchst vollkommenen bleibt mit rein kausaler Erklärung ein Rätsel, wenn wir nicht eine Zielstrebigkeit, eine vornherein in die Dinge gelegte nach Zwecken sich entfaltende Bewegung annehmen, die wiederum das Dasein einer ausserhalb der uns sichtbaren Welt schöpferischen Intelligenz gebieterisch fordert. Von Erwägungen der Ethik aus: Der Intellekt ist nicht der allein zuständige Faktor im Leben der Menschheit. Er war und ist auch niemals der beherrschende* Das Streben und Wollen, sie vor allem geben dem Menschen seinen Wert und haben Entwicklung und Fortschritt wie des Einzelnen so der gesamten Menschheit bestimmt. Sinn- und zwecklos aber jeder Aufstieg, wenn er nicht unter dem Gesetz einer Lebensauffassung vom Göttlichen steht. Wer, um nur einen der neueren geistigen Führer zu nennen, an Rudolf Euckens Lebensarbeit mit Interesse teilgenommen, weiss, wie sie von dem Gedanken beherrscht wird, dass die Menschheit ihre ethischen Werte nur behaupten, ja einem lebenswerten Ziele nur wird nachgehen können, wenn sie die Gottheit und ihr schon auf Erden zu gründendes Reich in den Mittelpunkt des Denkens und Handelns stellt. Aus geschichtsphilosophischer Beleuchtung: Der Gottesgedanke hat sich oft genug als der schöpferische erwiesen* der die Naturwissenschaft erst zu den umfassenden Ideen geführt, die die wahren Marksteine in ihrer Entwicklung bedeuten. Es ist nur scheinbar so, das sie sich im Gegensatz zur Religion durchgesetzt. Im Gegensatz vielleicht zu ihrer scholastischen

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